„Seien Sie vorsichtig, dass Sie nicht weggelassen werden“ – Iran droht Trump indirekt mit Attentat

Immer mehr Menschen fliehen nach der Eskalation in Nahost aus der Region. Die Union warnt deshalb, die Flüchtlingskrise aus 2015 dürfe sich nicht wiederholen – und pocht auf geltendes Recht. Der Iran droht Donald Trump mit dem Tod. Mehr im Liveticker.

Israel und die USA greifen seit mehr als einer Woche den Iran an. Nach der Tötung des geistlichen Oberhaupts Ajatollah Ali Chamenei wurde dessen Sohn, Modschtaba Chamenei, zum Nachfolger gewählt. Seit Kriegsbeginn beschießt der Iran Israel und die Golf-Staaten mit Drohnen und Raketen. Zwischen Israel und der im Libanon operierenden Terrormiliz Hisbollah ist eine zweite Front entstanden. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.

Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:

12:31 Uhr – Iranischer Offizieller droht Trump mit Attentat

Der Iran hat indirekt mit einem Attentat auf US-Präsident Donald Trump gedroht. „Die aufopferungsvolle Nation Iran fürchtet Ihre leeren Drohungen nicht. Selbst diejenigen, die größer sind als Sie, konnten den Iran nicht auslöschen. Seien Sie vorsichtig, dass Sie nicht selbst ausgelöscht werden“, schrieb der Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, Ali Laridschani, auf X.

Er reagierte damit auf eine Drohung Trumps, den Iran noch zwanzig Mal härter anzugreifen, wenn dieser Öllieferungen durch die Straße von Hormus blockieren sollte.

12:13 Uhr – Revolutionsgarde droht mit Öl-Exportstopp

Die iranische Revolutionsgarde hat mit einem Exportstopp für Erdöl gedroht. Der Sprecher Ali Mohammed Naeini teilte mit, man werde dafür sorgen, dass der Iran bis auf weiteres keinen einzigen Liter Öl aus der Region an die feindliche Seite und ihre Partner exportiere. „Ihre Versuche, die Öl- und Gaspreise zu senken und zu kontrollieren, werden nur vorübergehend und wirkungslos sein“, erklärte Naeini. Der Handel unterliege in Kriegszeiten Sicherheitserwägungen.

11:50 Uhr – Union warnt vor erneuter Flüchtlingswelle

Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Günter Krings, warnt angesichts des Iran-Krieges vor einer erneuten Flüchtlingskrise: „Europa und unsere Nachbarstaaten dürfen keine erneute unkontrollierte Migrationskrise wie 2015 zulassen“, teilte Krings mit. „Schon jetzt werden vermehrte Grenzübertritte aus dem Iran ins türkische Nachbarland registriert.“ Die EU-Kommission müsse deshalb „die Türkei bei der Aufnahme der iranischen Flüchtlinge unterstützen, damit kein Druck zur illegalen Weiterwanderung nach Europa entsteht“.

Zugleich pocht Krings auf eine konsequente Anwendung des EU-Rechts: Iranische Asylbewerber, die dennoch nach Europa gelangen, müssten „ausnahmslos an der EU-Außengrenze erfasst und registriert werden“. Das sei „geltendes EU-Recht und muss überall angewendet werden“. Zudem stellt er klar, dass „Unterstützer des gegenwärtigen Regimes“ nicht auf Aufnahme hoffen sollten. „Ihre Asylanträge sind direkt an der Außengrenze abzulehnen.“

11:01 Uhr – Israel laut Netanjahu „noch nicht fertig“ mit Führung in Teheran

Anders als US-Präsident Donald Trump geht der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu offenbar nicht von einem baldigen Ende des Iran-Krieges aus. Israel sei mit seinen Angriffen auf die Führung in Teheran „noch nicht fertig“, sagte Netanjahu laut einer Erklärung seines Büros.

„Unser Bestreben ist es, das iranische Volk vom Joch der Tyrannei zu befreien“, sagte Netanjahu mit Blick auf die Führung in Teheran. Es bestehe kein Zweifel, „dass wir ihnen mit den bisherigen Maßnahmen die Knochen brechen – und wir sind noch nicht fertig“, fügte Netanjahu hinzu.

Am Montag hatte US-Präsident Trump erstmals ein mögliches Kriegsende angedeutet. Der Krieg sei „so gut wie“ beendet, sagte er im Sender CBS. Trump begründete dies mit einer militärischen Schwächung des Iran.

10:02 Uhr – Israel warnt libanesische Städte vor neuen Angriffen

Israels Armee hat die Menschen in den libanesischen Städten Tyros und Sidon vor neuen Angriffen gewarnt. Der arabischsprachige israelische Armeesprecher Avichay Adraee verbreitete im Onlinedienst X eine „dringende Warnung an die Einwohner von Tyros und Sidon“. Die israelische Armee werde dort in Kürze „militärische Infrastruktur der Terrororganisation Hisbollah“ angreifen.

Adraee veröffentlichte Karten der beiden Großstädte an der libanesischen Küste mit rot markierten Gebäuden, die nach Angaben der israelischen Armee von der pro-iranischen Hisbollah-Miliz genutzt werden. Er forderte die Bewohner dieser und der umliegenden Gebäude auf, die Gebäude zu „ihrer eigenen Sicherheit“ sofort zu verlassen und sich mindestens 300 Meter zu entfernen.

08:55 Uhr – Israel verlängert Ausnahmezustand bis zum Wochenende

Wegen des anhaltenden Raketenbeschusses aus dem Iran hat Israel den geltenden Ausnahmezustand verlängert. Bis Samstag blieben alle Schulen geschlossen und das Versammlungsverbot für mehr als 50 Personen aufrechterhalten, teilte das Heimatfrontkommando der Armee mit.

Arbeit außerhalb der eigenen Wohnung ist weiter möglich, soweit rechtzeitig eine Schutzunterkunft erreicht werden kann. Während es in Jerusalem seit mehr als 24 Stunden keinen Alarm mehr gab, mussten die Bewohner in der Region Tel Aviv sowie an der israelischen Nordgrenze zum Libanon häufiger Bunker und Schutzräume aufsuchen.

08:24 Uhr – Wadephul verurteilt Irans Angriffe aufs Schärfste

„Die Gefahr, die vom Regime in Teheran ausgeht, ist real – auch in Europa“, sagt Außenminister Wadephul bei einer Pressekonferenz in Zypern. „Wir verurteilen Irans Angriffe auf Drittstaaten auf das Schärfste“. Es sei wichtig, dass politische Lösungen gefunden werden. Er warne vor einer weiteren Eskalation im Nahen Osten.

Anfang vergangener Woche war der britische Militärstützpunkt Akrotiri auf Zypern von einer unbemannten Drohne iranischer Bauart getroffen worden.

07:26 Uhr – „Iran wird Raketenangriffe so lange wie nötig fortsetzen“

Der Iran wird seine Raketenangriffe nach den Worten von Außenminister Abbas Araghtschi „so lange wie nötig“ fortsetzen. Araghtschi sagte dem US-Sender PBS News, die Angriffe auf sein Land dauerten an, der Iran sei aber darauf „vorbereitet“. „Wir sind bestens darauf vorbereitet, sie so lange wie nötig und so lange es dauert, mit unseren Raketen anzugreifen“, sagte Araghtschi.

Neue Gespräche mit den USA schloss der iranische Außenminister aus. Teheran habe zuletzt eine „sehr bittere Erfahrungen mit Gesprächen mit den Amerikanern gemacht“, sagte Araghtschi. Er gehe daher nicht davon aus, „dass Gespräche mit den Amerikanern noch auf unserer Tagesordnung stehen werden“.

06:33 Uhr – Iran greift Israel mit Raketen an – ein Toter

Die israelische Armee meldet zahlreiche weitere Raketenangriffe aus dem Iran. Insgesamt warnten die israelischen Streitkräfte die Bevölkerung im Laufe des Montags zwölf Mal vor einfliegenden Raketen aus dem Iran. Auch aus dem Libanon feuerte die vom Iran unterstützte Hisbollah-Miliz Raketen nach Israel ab. Ein Mann wurde durch iranischen Raketenbeschuss getötet, womit die Zahl der Todesopfer auf elf stieg. Weitere Menschen wurden verletzt, mindestens zwei von ihnen schwer, wie die israelischen Rettungsdienste mitteilten.

05:30 Uhr – Migrationsexperte erwartet keine Flüchtlingswelle aus dem Iran

Der Migrationsexperte Daniel Thym rechnet kurzfristig nicht mit mehr Geflüchteten aus dem Iran. Fluchtbewegungen in größerem Umfang würde es erst geben, wenn der Konflikt lange anhalte und zivile Infrastruktur stärker betroffen wäre als bisher, sagte der Leiter des Forschungszentrums Ausländer- und Asylrecht der Universität Konstanz der Katholischen Nachrichten-Agentur. Eine solche Entwicklung sieht Thym dann gegeben, wenn Bodentruppen eingesetzt würden oder ein Bürgerkrieg im Land ausbreche.

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03:34 Uhr – Syrien meldet Beschuss durch die Hisbollah

Die syrischen Streitkräfte haben einen Artillerieangriff der libanesischen Hisbollah-Miliz auf einen Militärstützpunkt nahe der Grenze gemeldet. Die Geschosse seien unweit der Ortschaft Serghaya nordwestlich der Hauptstadt Damaskus niedergegangen, berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf die Militärführung.

03:28 Uhr – UN fürchten Umweltschäden

UN-Generalsekretär António Guterres fürchtet „schwerwiegende“ Umweltschäden durch Angriffe auf Ölanlagen im Nahen Osten. Die Vereinten Nationen seien angesichts der „Vielzahl von Berichten über kürzlich erfolgte Angriffe auf Ölanlagen besonders besorgt“, sagte Guterres‘ Sprecher Stephane Dujarric.

03:13 Uhr – Trump: Keine Differenzen mit Vance

Donald Trump dementiert Meinungsverschiedenheiten mit Vizepräsident J.D. Vance über den Iran-Krieg dementiert. Zu Beginn der Militäroperation gegen die Islamische Republik sei Vance „philosophisch ein wenig anders“ eingestellt gewesen, sagte Trump. Er erklärte, dass es keinen Dissens zwischen ihm und Vance gebe: „Wir verstehen uns in dieser Frage sehr gut“, sagte er. Vance steht für einen isolationistischen Kurs der USA und sprach sich gegen Einsätze im Ausland aus.

02:50 Uhr – Revolutionsgarden wollen weiter kämpfen

Die iranischen Revolutionsgarden reagieren auf die Äußerungen von Donald Trump zu einem baldigen Kriegsende mit einer Kampfansage: „Wir sind diejenigen, die über das Ende des Krieges entscheiden“, hieß es in einer von der Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Mitteilung. „Die Bedingungen auf dem Schlachtfeld und das Ende des Krieges liegen in den Händen der Islamischen Republik.“

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23:25 Uhr – Trump enttäuscht über Ernennung von Modschtaba Chamenei

Donald Trump äußert sich enttäuscht über die Ernennung von Modschtaba Chamenei zum Nachfolger seines getöteten Vaters Ajatollah Ali Chamenei als geistliches Oberhaupt des Iran. Dies werde dem Land nur weiter die bisherigen Probleme bereiten, sagt Trump in Florida. Vor der Ernennung Modschtabas hatte Trump ein Mitspracherecht eingefordert.

23:07 Uhr – Trump: Iran-Krieg endet nicht in dieser Woche

Der Krieg wird laut Donald Trump nicht in dieser Woche enden. Der US-Präsident antwortet mit „Nein“ auf eine entsprechende Frage während einer Pressekonferenz. Dies werde jedoch „sehr bald“ der Fall sein, sagt er. Ein konkretes Datum nennt er nicht. Die große Gefahr in dem Krieg sei seit drei Tagen vorüber, sagt Trump weiter, ohne dies weiter auszuführen. .

22:56 Uhr – USA haben 51 Kriegsschiffe zerstört

Die USA gehen nach Angaben von Donald Trump gegen die Drohnenproduktion des Irans vor. Die Drohnenstarts seien um 83 Prozent zurückgegangen, sagt er auf einer Pressekonferenz in seinem Golfclub in Doral in Florida. Trump spricht von 51 zerstörten iranischen Kriegsschiffen, zuvor bezifferte das US-Militär die Zahl mit 50. Man sei dem ursprünglichen Zeitplan weit voraus, sagt Trump.

22:45 Uhr – Revolutionsgarden: Freie Hormus-Passage bei Bruch mit USA und Israel

Die iranischen Revolutionsgarden stellen Bedingungen für die Schifffahrt durch die strategisch wichtige Straße von Hormus. Jedes arabische oder europäische Land, das die Botschafter Israels und der USA ausweise, erhalte ab morgen freie Durchfahrt, melden staatliche Medien unter Berufung auf die Eliteeinheit. Die Meerenge ist insbesondere für Öltransporte aus dem arabischen Raum von großer Bedeutung.

22:33 Uhr – Israel startet neue Angriffswelle gegen Teheran

Die israelische Armee hat eine erneute Angriffswelle gegen Teheran gestartet. „Zum zweiten Mal heute“ habe die Armee „eine umfassende Welle von Angriffen in Teheran begonnen“, teilte das israelische Militär mit. Die Angriffe richteten sich gegen „terroristische Ziele“.

Journalisten der Nachrichtenagentur AFP in Teheran hatten zuvor von einer besonders starken Explosion in der Stadt berichtet. Zur gleichen Zeit kurz nach Mitternacht Ortszeit seien auch Kampfjets über der Stadt zu hören gewesen. Die Explosion war demnach an mehreren Orten zu spüren.

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22:30 Uhr – Iran-Äußerung Trumps lässt Ölpreis abrutschen

Die Ölpreise sind nach ihrem rasanten Anstieg am Montagabend deutlich gesunken. Donald Trump hat in Interview-Äußerungen Hoffnung auf ein baldiges Ende des Kriegs mit dem Iran geweckt. Der Preis für Rohöl der Sorte Brent fiel daraufhin auf 89,20 US-Dollar. Zum Vergleich: In der Nacht zu Montag hatte die Furcht vor Ölknappheit den Preis noch bis auf mehr als 120 Dollar nach oben getrieben. Nun ist Rohöl sogar etwas günstiger zu haben als am Freitag.

An den US-Börsen drehte sich die Stimmung. Der Leitindex Dow Jones Industrial legte am Ende um 0,50 Prozent auf 47.740,80 Punkte zu. Im frühen Handel war das Börsenbarometer noch auf den tiefsten Stand seit Ende November abgesackt.

21:01 Uhr – Putin und Trump telefonieren laut Kreml zu Ukraine und Iran

Russlands ​Präsident ‌Putin hat seinem US-Amtskollegen Trump nach russischen Angaben in einem Telefonat Vorschläge für eine rasche Beilegung des Iran-Kriegs unterbreitet. Dies teilt der russische ‌Außenberater Juri Uschakow ⁠mit. Putin habe in dem etwa einstündigen Telefonat einige Ideen in Bezug auf eine „rasche politische und diplomatische Einigung“ zur Sprache gebracht.

Trump ​habe sich in dem rund ⁠einstündigen „offenen und geschäftsmäßigen“ Gespräch zudem erneut für ein baldiges Ende des Ukraine-Kriegs ausgesprochen. Angesichts ‌des ⁠schnellen russischen ‌Vormarsches müsse ​Kiew ⁠Verhandlungen zustimmen, ​hieß es.

20:42 Uhr – Trump nennt Krieg gegen Iran „so gut wie beendet“

Trump hält den Iran-Krieg für „so gut wie beendet“. Er begründete dies am Montag in einem Interview mit dem US-Sender CBS mit der militärischen Schwächung des Iran durch die USA und Israel. Er äußerte sich nicht dazu, ob und wann die Vereinigten Staaten und Israel ihre Luftangriffe auf die Islamische Republik einstellen könnten.

Der Iran habe keine Marine, keine Kommunikationsmittel und keine Luftwaffe mehr, sagte Trump. Auch die Raketen des Landes seien fast alle zerstört und iranische Drohnen überall abgeschossen. „Wenn man sich das ansieht, haben sie nichts mehr übrig“, betonte der US-Präsident. „Militärisch gesehen haben sie nichts mehr übrig.“

dpa/AFP/AP/ll/sebe/jmr/krott/rct/jra/doli/saha/säd

Source: welt.de