Schweizer Vermögensverwaltung: UBS steigert Gewinn aufwärts 7,8 Millarden Dollar

Die Großbank UBS hat 2025 dank höherer Erträge und niedrigerer Kosten deutlich mehr verdient. Mitten in der Integration der gestrauchelten Credit Suisse steigerte der Schweizer Vermögensverwaltungsriese den Gewinn auf 7,8 Milliarden Dollar von 5,1 Milliarden, wie die UBS am Mittwoch mitteilte. Analysten hatten einer Umfrage der Bank zufolge mit einem Überschuss von 7,5 Milliarden Dollar gerechnet.
Die Aktionäre können sich auf höhere Ausschüttungen freuen. Die Dividende für das vergangene Jahr soll um 22 Prozent auf 1,1 Dollar je Aktie steigen. Zudem peilt der Konzern Aktienrückkäufe von drei Milliarden Dollar an, wenn möglich sollen es sogar mehr sein. Das Volumen hänge auch davon ab, wie hoch die zusätzlichen Kapitalanforderungen der Schweizer Regierung an die UBS sind. Ursprünglich hatte sich die Bank für 2026 Aktienrückkäufe im Volumen von mindestens 5,6 Milliarden Dollar vorgenommen.
UBS wehr sich gegen Schweiezr Regierung
„Wir machten große Fortschritte bei einer der komplexesten Integrationen in der Bankengeschichte, während die regulatorische Unsicherheit in der Schweiz andauert“, erklärte Konzernchef Sergio Ermotti. Um eine mögliche Schieflage der im Verhältnis zur Größe des Landes riesigen UBS in Zukunft zu verhindern, will die Schweizer Regierung dem Institut vorschreiben, zur Sicherheit zusätzliches Eigenkapital von 24 Milliarden Dollar vorhalten zu müssen.
Die UBS wehrt sich gegen die Vorschläge, weil sie Nachteile gegenüber den internationalen Rivalen befürchtet und die üppigen Ausschüttungen an die Aktionäre gefährdet sein könnten. Hoffnungen bei den Anlegern weckte im Dezember ein Vorschlag von Schweizer Parlamentsabgeordneten, die die Vorgaben deutlich abschwächen wollen. Die Schweizer Finanzministerin Karin Keller-Sutter will bei ihrer harten Linie bleiben, am Schluss entscheidet in der Kernfrage das Parlament.
UBS passt Finanzziele an
Die UBS passte mit der Veröffentlichung der Jahreszahlen auch ihre Finanzziele an: So erhöhte das Institut die Vorgabe für die Einsparungen in Zusammenhang mit der Credit-Suisse-Integration um 0,5 Milliarden auf 13,5 Milliarden Dollar, und der Kosten-Ertragssatz soll sich auf rund 67 Prozent verbessern.
Im vergangenen Jahr kletterte das Ergebnis vor allem dank guter Geschäfte im Kernbereich mit reichen und superreichen Kunden sowie im Investmentbanking. Der rege Handel der Kunden spülte dem Institut mehr Geld in die Kasse. Davon hatte auch die Deutsche Bank profitiert, die ihren Nettogewinn 2025 auf 6,12 Milliarden Euro mehr als verdoppelte. Alle vier Geschäftsbereiche der Frankfurter verbuchten im Vergleich zum Vorjahr ein zweistelliges Gewinnwachstum.
Zum Ausblick erklärte die UBS, die Marktbedingungen blieben insgesamt konstruktiv. Das Transaktions- und Kapitalmarktgeschäft samt Pipeline bezeichnete das Institut als „gesund“. Aufgrund der anhaltend großen geo- und wirtschaftspolitischen Unsicherheiten könne sich die Marktstimmung jedoch rasch ändern, warnte die Bank. Das könne zwischenzeitlich zu erhöhter Volatilität führen.
Source: faz.net