Schusswechsel vor Kuba: Das Boot kam aus Florida

Kubanische Sicherheitskräfte haben am Mittwoch vier Personen getötet und weitere sechs verletzt, die mit einem Schnellboot in kubanische Gewässer eingedrungen waren. Die Insassen des in Florida registrierten Bootes sollen laut Darstellung der kubanischen Regierung das Feuer eröffnet haben, als die Patrouille der Küstenwache sich näherte. Beim anschließenden Schusswechsel wurde auch ein kubanischer Offizier verletzt.

Wie das kubanische Innenministerium später erklärte, handelte es sich bei den Angreifern um eine Gruppe von regierungsfeindlichen Exilkubanern aus den Vereinigten Staaten, von der einige Mitglieder bereits zuvor wegen der Planung von Anschlägen gesucht wurden. Die Angreifer trugen Tarnkleidung und waren mit verschiedenen Schusswaffen, Sprengsätzen und schusssicheren Westen ausgerüstet.

Die kubanischen Behörden nahmen eine weitere Person in Kuba fest, die der Komplizenschaft verdächtigt wird. „Laut vorläufigen Aussagen der Gefangenen beabsichtigten sie, eine Infiltration zu terroristischen Zwecken durchzuführen“, teilte das Innenministerium in einer offiziellen Erklärung mit.

Rubio: „Höchst ungewöhnlich“

US-Außenminister Marco Rubio sagte Reportern, es handele sich nicht um eine Operation der USA und dass kein US-Regierungspersonal beteiligt gewesen sei. Man werde versuchen, den Vorfall unabhängig zu überprüfen.
„Wir werden genau herausfinden, was passiert ist, und es gibt eine Reihe von Dingen, die hier passiert sein könnten“, sagte Rubio. Solche Schusswechsel auf offener See seien „höchst ungewöhnlich“.

Der Vorfall ereignete sich zu einem Zeitpunkt höchster Anspannung zwischen den USA und Kuba. Durch die Festnahme des ehemaligen venezolanischen Machthabers Nicolás Maduro hat Havanna einen wichtigen Verbündeten verloren. Um den Druck auf das Regime in Kuba zu erhöhen, hat Washington das Land von Erdöllieferungen abgeschnitten, was die kubanische Wirtschaft an den Rand des Kollapses gebracht hat.

Um die akute Treibstoffknappheit in Kuba zu lindern, hat das US-Finanzministerium am Mittwoch bekannt gegeben, dass es Unternehmen erlauben werde, Öl an den kubanischen Privatsektor weiterzuverkaufen. Das kubanische Militär oder andere Regierungsinstitutionen sollen nicht von der neuen Regelung profitieren, hieß es. Rubio sagte, dass die humanitäre Krise Kubas keine Folge der US-Ölblockade, sondern der Politik des Regimes in Havanna sei. Kuba müsse sich „dramatisch“ verändern.

Source: faz.net