Scharfe Töne aus dem Kreml: Moskau warnt Finnland vor Stationierung von Atomwaffen

Scharfe Töne aus dem KremlMoskau warnt Finnland vor Stationierung von Atomwaffen

06.03.2026, 17:22 Uhr

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Finnlands Verteidigungsminister Antti Häkkänen spricht von einer grundlegend verschlechterten Sicherheitslage. (Foto: IMAGO/Lehtikuva)

Nach dem Nato-Beitritt will Finnland sein Atomwaffengesetz ändern. In Russland sorgen die Pläne für Unmut. Die Stationierung von Nuklearwaffen werde Finnlands Verletzlichkeit erhöhen, heißt es aus Moskau.

Nach Erwägungen Finnlands über eine mögliche Lockerung des Umgangs mit Atomwaffen hat Moskau dem nordischen Land eine Eskalation vorgeworfen. Die Überlegungen in Helsinki verschärften die Spannungen in Europa, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow russischen Agenturen zufolge. Finnland erhöhe nur seine eigene Verletzlichkeit, warnte er.

Sollte Finnland Atomwaffen auf seinem Gebiet stationieren, beginne es, Russland zu bedrohen, sagte Peskow in Moskau. „Und wenn Finnland uns bedroht, ergreifen wir entsprechende Maßnahmen“. Das EU- und Nato-Land Finnland teilt eine mehr als 1300 Kilometer lange Grenze mit Russland.

Am Donnerstag hatte die finnische Regierung angekündigt, ein Gesetz zur Einschränkung für Atomwaffen auf seinem Staatsgebiet aufzuheben, um mit der Abschreckungspolitik der Nato in Einklang zu kommen. Für diesen Kurswechsel ist eine Änderung des finnischen Atomgesetzes und seines Strafgesetzbuches nötig. In dem nordischen Land herrscht derzeit ein Verbot der Herstellung, Lagerung, Einfuhr und des Transports von Atomwaffen zu Land, See und in der Luft.

„Ein solches totales Verbot ist ziemlich ungewöhnlich unter den Mitgliedsstaaten der Nato“, sagte der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen am Donnerstag im finnischen Rundfunk. Bereits seit einiger Zeit diskutieren die finnischen Parteien über eine Lockerung der Regeln. Bei den Überlegungen geht es vor allem darum, ob Finnland den Transport von Atomwaffen anderer Nato-Staaten durch sein Territorium erlauben soll. Sowohl die USA als auch Frankreich und Großbritannien verfügen über Atomwaffen.

Die Sicherheitslage Finnlands und Europas habe sich seit Beginn der russischen Offensive in der Ukraine im Jahr 2022 „grundlegend und erheblich verändert und verschlechtert“, betonte Häkkänen. Finnland hatte im April 2023 seine jahrzehntelange politische Neutralität aufgegeben und war der Nato beigetreten.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa/AFP

Source: n-tv.de