„Schämen Sie sich“: Extra 3-Kabarettist empört Grönland

„Schämen Sie sich“
Extra 3-Kabarettist empört Grönland
Auf Grönland liegen die Nerven wegen Trumps Expansionsgelüsten blank. Nun setzt ein Kabarettist der Sendung „Extra 3“ dem ganzen in Nuuk noch die Krone auf.
Dieser Artikel erschien zuerst auf ntv.de
Seitdem die Trump-Regierung lautstark ihre Übernahmefantasien in Bezug auf Grönland kundtut, werden die wenigen Bewohner auf der Arktisinsel mit einer Aufmerksamkeit konfrontiert, auf die viele gut verzichten könnten. Die Angst, dass es tatsächlich zu einer Militärintervention durch die USA kommt, ist weit verbreitet. Es herrscht eine angespannte Stimmung unter den Einwohnern, die sich auch bei einem Vorfall in der Hauptstadt zeigt.
In einem Video in sozialen Netzwerken ist zu sehen, wie ein Mann mit einer großen US-Flagge an einem Fahnenmast in Nuuk zugegen ist. Von einem Einwohner auf X hieß es, der Mann habe versucht, die Fahne vor dem Kulturzentrum zu hissen. Er sei aber vom Personal daran gehindert worden. „Wenn Sie unsere Werte nicht respektieren, warum sind Sie dann in Nuuk?!“
Grönland-Gag geht nach hinten los
Die grönländische Polizei bestätigte dem dänischen Sender TV2 den Vorgang vom Mittwoch. Die Untersuchung laufe noch, alles sei friedlich verlaufen. Der Mann sei von Menschen vor Ort gestoppt worden, bevor die Polizei eintraf.
Auf dem Account des Einwohners hieß es, es handele sich um einen Comedian der NDR-Satiresendung Extra 3. „Das hat hier in Grönland auf Facebook heftige Emotionen ausgelöst. Schämen Sie sich! Sie Idiot!“, schimpfte der Grönländer.
Der NDR bestätigte ntv.de auf Anfrage, dass Extra 3 in Nuuk am Dienstag und Mittwoch einen „satirischen Film“ gedreht habe. „Dabei hat ein Mitglied des Teams vorgegeben, eine US-Flagge auf einem öffentlichen Platz hissen zu wollen. Dafür wurde vor Ort ein Bußgeld verhängt.“
Eine AFP-Fotografin vor Ort hielt die Momente fest. Auf ihren Bildern ist eindeutig zu erkennen, dass es sich bei dem Mann um den Extra-3-Satiriker Maxi Schafroth handelt. Das weltweit diskutierte Vorgehen der USA sei Anlass für die kritische Auseinandersetzung in der Satiresendung gewesen, hieß es vom NDR.
Die Redaktion bedauert den Vorfall
Weiterhin teilte der Sender mit, dass zu keinem Zeitpunkt während des Drehs der Eindruck entstehen sollte, das Ziel der Satire seien Grönländerinnen und Grönländer gewesen. „Die Redaktion erklärt ihr Bedauern gegenüber den Menschen in Grönland, sollte dieser Eindruck entstanden sein.“
Die Bestrebungen der US-Seite, die zu Dänemark gehörende autonome Insel Grönland illegal zu annektieren, hatten in den vergangenen Wochen zugenommen. Auch militärische Gewalt wurde nicht ausgeschlossen. Dänemark verstärkte daraufhin sein militärisches Personal auf Grönland.
Zuletzt hatte Washington eine Kehrtwende vollzogen. Nach einem Gespräch mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte erklärte US-Präsident Donald Trump, er wolle Grönland nicht mit Gewalt einnehmen. Medienberichten zufolge soll nun unter anderem das 75 Jahre alte Stationierungsabkommen für Grönland neu ausgearbeitet werden und das US-Raketenabwehrsystem „Golden Dome“ berücksichtigen.
Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sagte kürzlich in der ARD, man könne über eine stärkere Sicherung der Arktis im Rahmen der Nato reden. Einer Übernahme durch die USA erteilte sie jedoch erneut eine klare Absage: „Grönland gehört den Grönländern, und die grönländische Zukunft wird in Nuuk definiert. Grönland ist Teil des dänischen Königreichs, wir sind ein souveräner Staat – und das lässt sich nicht diskutieren.“
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pgo / Robin Grützmacher / ntv.de
Source: stern.de