Sabotage: Mutmaßlicher russischer Agent nachdem Deutschland überstellt
Ein im Mai in der Schweiz festgenommener ukrainischer Staatsbürger, der im Auftrag Russlands Anschläge geplant haben soll, ist nach Deutschland überstellt und einem Ermittlungsrichter vorgeführt worden. Der Bundesgerichtshof setzte einen Haftbefehl gegen Yevhen B. in Vollzug, wie die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe mitteilte.
Der Mann ist der letzte von insgesamt drei im Mai festgenommenen Verdächtigen, der bislang noch nicht in Deutschland in Untersuchungshaft war. Mitte Mai waren er und zwei mutmaßliche Komplizen festgenommen worden. Die Festnahme von B. fand in Thurgau in der Schweiz statt, die beiden anderen Verdächtigen wurden in Konstanz und Köln festgenommen. Sie sollen geplant haben, von Deutschland aus Pakete mit Spreng- und Brandvorrichtungen in die Ukraine zu schicken, die sich beim Transport entzünden sollten.
Der Generalbundesanwalt wirft ihnen Agententätigkeit zu Sabotagezwecken vor. Spätestens Ende März sollen sie sich gegenüber russischen staatlichen Stellen zu den Anschlägen bereit erklärt haben, wie es von der Behörde hieß.
Vorgehen ähnelt geplanten Anschlägen auf DHL-Transporte
Einer der Verdächtigen soll Ende März in Köln zwei Testpakete mit Empfängeradresse in der Ukraine aufgegeben haben, in denen sich unter anderem GPS-Tracker befanden. Sie sollen dazu gedient haben, nachzuverfolgen, wo und wie die Pakete von der Post transportiert werden. B. soll seinem mutmaßlichen Komplizen den Auftrag dazu erteilt haben, die Testpakete aufzugeben.
Das Vorgehen ähnelt jenem einer Gruppe, die im vergangenen Jahr Brandbomben in Luftfrachtsendungen der DHL versteckt hatte. Eine davon war im Juli 2024 im Frachtzentrum in Leipzig in Flammen aufgegangen und zerstörte einen Container. Laut Ermittlungen sollte das Paket erst in der Luft in Brand geraten, was zu einem Flugzeugabsturz hätte führen können. Nachrichtendienste vermuten den russischen Militärgeheimdienst GRU hinter den Anschlagsplänen.