Russischer Angriffskrieg: Frankreich bietet Ukraine Geheimdienstinformationen an
Frankreich bietet der Ukraine Geheimdienstdaten an, nachdem die USA die Weitergabe ihrer Informationen an die Ukraine am Mittwoch gestoppt hatten. „Wir haben nachrichtendienstliche Kapazitäten, die wir nutzen, um den Ukrainern zu helfen“, sagte der französische Verteidigungsminister Sébastien Lecornu dem Radiosender France Inter. „Ich denke, für unsere britischen Freunde, die mit den Vereinigten Staaten in einer Geheimdienstgemeinschaft sind, ist es komplizierter.“
Nach Einschätzung Lecornus ist Frankreichs Atomwaffenarsenal, das in den frühen Tagen des Kalten Krieges entwickelt wurde, ausreichend. Der französische Präsident Emmanuel Macron hatte sich am Mittwoch in seiner Ansprache an die Nation offen für Gespräche über eine Ausweitung des französischen Atomschirms auf Verbündete in Europa gezeigt. Russland bezeichnete er als „eine
Bedrohung für Frankreich und Europa“, der Krieg in der Ukraine
sei bereits ein „globaler Konflikt“.
Russische Politiker werfen Macron „Fehlanalyse“ vor
Führende russische Politiker kritisierten Macrons Äußerungen als „Fehlanalyse“ und warfen ihm vor, mit seinen Worten über eine Bedrohung Europas durch Russland den Westen
an den Rand eines neuen Weltkrieges zu bringen. „Macron drängt seinen Bürgern, Verbündeten
und der ganzen Welt wie ein Verrückter ein völlig falsches
Konzept dessen auf, was geschieht: ‚Die Russen kommen!'“, sagte der führende russische Senator Konstantin Kossatschow. „Solche
falschen Schlussfolgerungen und falschen Vorschläge führen in
den Abgrund.“ Der stellvertretende Vorsitzende des nationalen Sicherheitsrates, Ex-Präsident Dmitri Medwedew, spottete, „Mikron“ stelle keinerlei Bedrohung dar und werde 2027 die Macht verlieren.
Russland und die USA sind mit jeweils mehr als 5.000
Atomsprengköpfen die mit Abstand größten Atommächte der Welt. Es
folgen China mit etwa 500, Frankreich mit 290 sowie
Großbritannien mit 225 atomaren Sprengköpfen.
Die USA hatten wenige Tage nach dem Eklat beim Treffen des ukrainischen
Präsidenten Wolodymyr Selenskyj mit dem US-Staatschef Donald Trump im
Weißen Haus die Waffenlieferungen an die Ukraine eingefroren. Laut Medienberichten betrifft der Stopp zudem nicht nur den
Informationsaustausch zwischen den USA und der Ukraine, sondern
erstreckt sich teils auch auf US-Verbündete: So sollen die britischen
Geheimdienste aus den USA die Anweisung erhalten haben, US-Aufklärungsdaten
nicht mehr an die Ukraine weiterzugeben.
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