Rund 40 Länder gemeinsam nachdenken reichlich Entblockung welcher Straße von Hormus
Iran hat den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus faktisch zum Erliegen gebracht. Steigende Gas- und Ölpreise und sinkende Speicherstände sind die Folge. Bei einem von London koordinierten Treffen wurden nun Lösungen gesucht.
Vertreter aus rund 40 Ländern haben an einem digitalen Treffen zur Wiedereröffnung der Meerenge von Hormus teilgenommen. Großbritannien hatte dazu eingeladen. Die britische Außenministerin Yvette Cooper machte zu Beginn der Videoschalte die Bedeutung der Meerenge für den Warenverkehr deutlich. „In den vergangenen 24 Stunden haben 25 Schiffe die Meerenge passieren können, eine internationale Schifffahrtsroute, auf der normalerweise 150 Schiffe pro Tag gezählt werden.“
Insgesamt 2.000 Schiffe warteten derzeit auf die Durchfahrt. Der Iran habe eine internationale Schifffahrtsroute gekapert, so die Außenministerin, und die Weltwirtschaft sei als Geisel genommen worden.
Sorge um Weltwirtschaft
Ähnlich wie in vielen anderen Staaten auch wächst im Vereinigten Königreich die Befürchtung, dass die Blockade der Meerenge von Hormus der Weltwirtschaft massiven Schaden zufügen wird. Ein Fünftel des weltweit gehandelten Rohöls und Flüssigerdgases wird normalerweise durch die Straße von Hormus transportiert.
Premierminister Keir Starmer hatte zu dem Treffen eingeladen, um diplomatische und politische Maßnahmen ergreifen zu können, damit die Freiheit der Schifffahrt wiederhergestellt werden könne. Im Anschluss an das Treffen sollten sich die militärischen Planer der Konferenzteilnehmer treffen, um zu prüfen, welche Kapazitäten gebündelt werden können. Dabei geht es möglicherweise um die Frage, ob beispielsweise Tanker von Militärschiffen eskortiert werden sollen.
Macron lehnt Gewalt ab
Der französische Präsident Emmanuel Macron bezeichnete ein gewaltsames Vorgehen als unrealistisch. Die Wiedereröffnung der Straße könne nur in Abstimmung mit Iran erfolgen, und zwar im Rahmen von Verhandlungen nach einer möglichen Waffenruhe, sagte Macron während eines Besuchs in Südkorea.
Italien sprach sich im Anschluss an das virtuelle Treffen für einen „humanitären Korridor“ für Düngemittel und andere humanitäre Güter aus. Der Korridor solle eine neue Nahrungsmittelkrise – insbesondere in den afrikanischen Ländern – verhindern, so Außenminister Antonio Tajani seinem Ministerium zufolge.
Treffen nach Trump-Äußerungen
Starmer hatte zu dem Treffen möglicherweise als Reaktion auf Äußerungen aus den USA eingeladen. US-Präsident Donald Trump hatte mitgeteilt, dass die USA Ländern, die auf Öllieferungen aus der Straße von Hormus angewiesen seien, nicht helfen würde. „Ihr müsst lernen, euch selbst zu verteidigen“, schrieb Trump. „Die USA werden nicht mehr für euch da sein, wie ihr nicht für uns da wart.“
An dem Treffen heute nahmen Vertreter unter anderem aus Frankreich, Deutschland, Kanada, Indien und den vereinigten Arabischen Emiraten teil. Die USA waren nicht vertreten.
Source: tagesschau.de
