Rückversicherer mit Jahreszahlen: Munich Re steigert Gewinn und belohnt Aktionäre weitläufig

Den weltweit größten Rückversicherer zu steuern, sei auch eine Kunst, sagte Christoph Jurecka, der seit Jahresbeginn an der Spitze der Munich Re steht, bei der virtuellen Bilanzpressekonferenz. Es gehe darum, Schwankungen aufzufangen. Denn der Münchner Dax-Konzern legt sich schon früh auf das zu erreichende Jahresergebnis fest. Zu einem Zeitpunkt, zu dem er noch gar nicht genau weiß, was kommt.
Auch wenn Jurecka den Versicherer diversifizieren will, mit Spezialversicherungen und vor allem seinem Erstversicherer Ergo: Das Kerngeschäft, wie auch das Rückgrat, bleibt das globale Rückversicherungsgeschäft mit Schwerpunkt auf den Schaden- und Unfallbereich. Und da hat die Munich Re im vergangenen Jahr – wie die Wettbewerber, Swiss Re und Hannover Rück – ein gutes Jahr erwischt. Naturkatastrophen haben im zurückliegenden Jahr Schäden von 224 Milliarden Euro verursacht, davon waren 108 Milliarden Euro versichert. Ein relativ gesehen schadenarmes Jahr, nicht zuletzt weil kein Hurrikane auf das US-Festland stieß.
Weniger Schaden aber schwächerer Dollar
Auf der anderen Seite: Als sich die Munich Re auf ihr für 2025 zu erreichendes Konzernergebnis festgelegt hat, war auch die Dollarschwäche noch nicht abzusehen. Sie spülte entsprechend weniger Euro in die Kasse des global agierenden Konzerns. Und doch hat es am Ende gereicht: Mit 6,12 – im Vorjahr waren es 5,69 – Milliarden Euro lag das Konzernergebnis acht Prozent über Vorjahr und über der eigenen Zielmarke von sechs Milliarden Euro.
Zum fünften Mal in Folge ist es dem Rückversicherer gelungen, das eigene Gewinnziel zu übertreffen, bemerkte Jurecka nicht ohne einen gewissen Stolz. Dass es Munich Re nicht gelang, die Analystenerwartungen zu erfüllen, die bei einem Ergebnis von 6,21 Milliarden Euro lagen, ist auch dem Schlussquartal geschuldet, das an das starke zweite und auch dritte Quartal nicht anknüpfen konnte, erläuterte Finanzvorstand Andrew Buchanan.
Die Aktionäre soll es nicht stören. Der Dax-Konzern will für das zurückliegende Geschäftsjahr eine Dividende von 24 Euro je Aktie zahlen, vier Euro mehr als zuvor. Zudem sollen von Ende April an eigene Aktien für bis zu 2,25 Milliarden Euro zurückgekauft werden, was den größten Rückkauf seit der Finanzkrise 2007/2008 darstellt. Insgesamt schüttet die Münchener Rück aus dem Gewinn des vergangenen Jahres rund 5,3 Milliarden Euro aus.
Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass auch bei der Munich Re die Bäume nicht mehr in den Himmel wachsen. Die Preise in der Schaden-Rückversicherung bröckeln: Munich Re musste einen risikobereinigten Rückgang von 2,5 Prozent hinnehmen – etwas weniger als die 3,2 Prozent, die die Hannover Rück registrierte. Die Münchner fuhren zudem ihr gezeichnetes Geschäftsvolumen um 7,8 Prozent auf 13,7 Milliarden Euro zurück. Zumindest drei Viertel dieses Rückbaus wirkten sich kaum auf die Marge aus, sagte Jurecka.
Für dieses Jahr liegt das Gewinnziel abermals höher bei 6,3 Milliarden Euro. Um es zu erreichen, setzt der Vorstand auch auf das Kapitalanlageergebnis. Hier wird eine Rendite von 3,5 Prozent angestrebt, 30 Basispunkte mehr als im Vorjahr.