Risikoscheue Anleger: Der Bund bleibt gen angebotenen Schuldpapieren sitzen

Normalerweise finanziert der Bund seinen Kreditbedarf geräuschlos über seine Finanzagentur. Doch diese Woche lief es anders. Banken, Fonds, Pensionskassen und Stiftungen waren weniger interessiert als erwartet. So hat die Bundesregierung am Mittwoch die Risikoscheu dieser institutionellen Anleger zu spüren bekommen, die nach dem Angriff der USA und Israels auf Iran und dem Sprung der Ölpreise auf mehr als 100 Dollar je Barrel ausgebrochen ist. Bei einer routinemäßigen Versteigerung von Bundesanleihen mit zehn Jahren Laufzeit im geplanten Volumen von fünf Milliarden Euro stellte sich nur eine Nachfrage von 4,5 Milliarden Euro ein. Wie die mit dem Schuldenmanagement des Bundes beauftragte Finanzagentur weiter mitteilte, entschloss sie sich daraufhin, nur 3,8 Milliarden Euro an Anleger zu verkaufen.