Revolutionsgarden dementieren: Trump behauptet: Iran bittet um Waffenruhe
Revolutionsgarden dementierenTrump behauptet: Iran bittet um Waffenruhe
01.04.2026, 15:45 Uhr

Verbal schlägt der US-Präsident seit Beginn des Iran-Kriegs zahlreiche Volten. So auch nun? Auf seiner Social-Media-Plattform behauptet Trump zumindest, Teheran habe um eine Waffenruhe gebeten. Aussagen iranischer Politiker sowie die Lage vor Ort lassen daran Zweifel aufkommen.
Der Iran hat die USA nach Angaben von Präsident Donald Trump um eine Waffenruhe gebeten. „Wir werden das in Betracht ziehen, wenn die Straße von Hormus offen, frei und sicher ist“, schrieb Trump in seinem Onlinedienst Truth Social. Bis diese Bedingung erfüllt sei, würden die USA den Iran „zurück in die Steinzeit“ bomben, drohte der Präsident.
Trump schrieb, die Bitte um eine Waffenruhe gehe vom neuen Präsidenten des Iran aus. Dieser sei „viel weniger radikalisiert und deutlich intelligenter als seine Vorgänger“. Eine Bestätigung aus Teheran zu den Angaben liegt bisher nicht vor. Trump hatte gesagt, die USA würden den Iran „sehr bald“ verlassen und eine Dauer von zwei bis drei Wochen in Aussicht gestellt.
Die iranischen Revolutionsgarden reagierten umgehend und erklärten, die Straße von Hormus werde nicht für „Feinde“ geöffnet. Die Meerenge stehe „fest und umfassend unter der Kontrolle“ ihrer Seestreitkräfte und „wird nicht für die Feinde dieser Nation geöffnet“, hieß es in Teheran. Seit Beginn des Iran-Krieges am 28. Februar haben die Revolutionsgarden die Straße von Hormus fast vollständig blockiert. Die Blockade hat wegen der Bedeutung der Meerenge für den Ölhandel weltweit gravierende wirtschaftliche Folgen.
Der US-Präsident behauptet seit Wochen, dass die USA den Krieg gegen den Iran längst gewonnen hätten. Er behauptet ferner, dass es Verhandlungen zwischen den USA und Vertretern des Iran gegeben habe. Teheran bestreitet dies. Aktuell dementierte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi jegliche Verhandlungen mit den USA. „Es gibt keine Grundlage für Verhandlungen“, sagte Araghtschi in einem Interview mit dem Fernsehsender Al Dschasira. „Wir bekommen Botschaften von der amerikanischen Seite, einige direkt und einige über unsere Freunde in der Region, und wenn nötig antworten wir auf diese Botschaften“, schilderte der Minister weiter. Einige Botschaften seien auch direkt mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff ausgetauscht worden.
Iran-Krieg in USA extrem unpopulär
Bereits zuvor hatte Trump mehrfach angedeutet, dass der Krieg zeitnah enden werde. Eine ernsthafte Entwicklung in dieser Richtung hat es allerdings nicht gegeben. Die USA und Israel haben weiterhin Ziele im Iran angegriffen. Dieser beschoss Israel und Nachbarstaaten weiterhin mit Raketen und Drohnen. Zudem hatte Israels Premier Benjamin Netanjahu kürzlich erklärt, Israel werde den Krieg gegen den Iran fortsetzen.
Experten haben Andeutungen eines Kriegsendes durch Donald Trump oft als Versuche gedeutet, einen Stimmungsumschwung in der amerikanischen Bevölkerung zu erreichen. Dort befindet sich der US-Präsident in einem absoluten Tief. Das hängt stark mit der infolge des Iran-Kriegs gestiegenen Inflation zusammen. Der Krieg ist allerdings per se unpopulär. Trump hatte in seinem Wahlkampf versprochen, die USA nicht in Kriege führen zu wollen. Ein weiterer Aspekt sind die Börsenkurse. Die sind infolge des Kriegs und der wirtschaftlichen Folgen teils massiv eingebrochen.
Trump will sich am Mittwochabend (US-Ostküstenzeit) mehr als vier Wochen nach Kriegsbeginn mit einer Rede an die eigene Nation wenden. Trump hatte dem Iran zuvor ein Ultimatum, das in der Nacht zum 7. April deutscher Zeit auslaufen wird, gestellt. Bis dahin soll das Land die Schifffahrt durch die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus wieder freigeben. Seit Israel und die USA am 28. Februar den Krieg begonnen hatten, kam die Schifffahrt dort quasi zum Erliegen.
Source: n-tv.de