Regierungschef bleibt vage: Netanjahu: Muss genauso „Bodenkomponente“ im Iran spendieren

Regierungschef bleibt vageNetanjahu: Muss auch „Bodenkomponente“ im Iran geben

20.03.2026, 09:40 Uhr

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Man könne keine Revolution „aus der Luft machen“, sagt Netanjahu. (Foto: picture alliance / SIPA)

Nach rund drei Wochen Krieg sieht Netanjahu die iranische Führung stark geschwächt. Für den angestrebten Regimewechsel müsse Israel jedoch noch einen Schritt weitergehen, sagt der Regierungschef. Wie genau eine mögliche Bodenoffensive aussehen könnte, lässt er gezielt offen.

Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu sieht den Iran knapp drei Wochen nach Beginn der Luftangriffe Israels und der USA stark geschwächt. „Wir gewinnen und der Iran wird dezimiert“, sagte Netanjahu bei einer im Fernsehen übertragenen Pressekonferenz. Auch griff er erneut die in der Vergangenheit von ihm und US-Präsident Donald Trump geäußerte Hoffnung auf einen Regimewechsel im Iran auf. „Es heißt oft, dass man keine Revolutionen aus der Luft machen kann“, sagte Netanjahu und fügte hinzu: „Das stimmt.“ Es müsse auch eine „Bodenkomponente“ geben. „Es gibt viele Möglichkeiten für diese Bodenkomponente, und ich nehme mir die Freiheit, sie nicht mit Ihnen zu teilen“, sagte Netanjahu.

Netanjahu verwies zudem auf angebliche „Risse“ in der iranischen Führung. „Ich bin mir nicht sicher, wer nun das Sagen im Iran hat.“ Der Sohn und Nachfolger des am ersten Kriegstag getöteten obersten Führers Ayatollah Ali Chamenei, Modschtaba Chamenei, habe „sein Gesicht nicht gezeigt“. Es gebe „jede Menge Spannungen unter den Menschen, die an die Spitze drängen“.

Israels Regierungschef betonte, der Iran sei mittlerweile nicht mehr in der Lage, Uran anzureichern oder ballistische Raketen herzustellen. Der Krieg werde „viel schneller enden, als die Leute denken“. Zugleich sagte Netanjahu, der Krieg sei noch nicht beendet. „Es gibt noch mehr zu tun und wir werden es tun“, sagte er. Mit Blick auf den Angriff auf das iranische Gasfeld South Pars erklärte Netanjahu, Israel habe allein gehandelt. Trump habe Israel im Anschluss gebeten, „weitere Angriffe auszusetzen, und wir halten uns daran“, sagte der israelische Regierungschef.

Ein Dutzend iranische Drohnen in Saudi-Arabien

Nach Netanjahus Stellungnahme meldete die israelische Armee erneut mehrere Salven von Raketen aus dem Iran. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten von lauten Explosionen über Jerusalem. Die israelischen Rettungsdienste meldeten bisher keine Verletzten oder Schäden. Die israelische Armee reagierte mit einer neuen Angriffswelle auf die Infrastruktur „des iranischen Terrorregimes“ in Teheran.

Auch in den Golfstaaten kam es erneut zu Angriffen. Staatsmedien in den Vereinigten Arabischen Emiraten meldeten „Raketen- und Drohnenbedrohungen aus dem Iran“. Das saudiarabische Verteidigungsministerium gab bekannt, seine Streitkräfte hätten in weniger als zwei Stunden mehr als ein Dutzend Drohnen im Osten des Landes und eine weitere im Norden „abgefangen und zerstört“.

Bahrains Innenministerium gab bekannt, Splitter einer „iranischen Aggression“ hätten in einer Lagerhalle ein Feuer ausgelöst. Die kuwaitische Armee erklärte, ihre Luftabwehr habe auf „feindliche Raketen- und Drohnenbedrohungen“ reagiert. Später berichteten kuwaitische Staatsmedien unter Berufung auf das staatliche Ölunternehmen, in der Ölraffinerie Mina al-Ahmadi seien durch Drohnenangriffe mehrere Brände verursacht worden. Mehrere Raffinerieanlagen seien abgeschaltet worden, berichtete die staatliche kuwaitische Nachrichtenagentur.

Katars LNG-Exportkapazität sinkt

Die iranischen Revolutionsgarden gaben in einer von der staatlichen iranischen Nachrichtenagentur Tasnim veröffentlichten Erklärung bekannt, sie hätten US-Streitkräfte in dem Luftwaffenstützpunkt al-Dhafra in den Vereinigten Arabischen Emiraten sowie Ziele in Israel mit Drohnen und Raketen anvisiert.

Katar, dessen wichtigster Ölkomplex am Mittwoch vom Iran attackiert worden war, erklärte, die Angriffe würden die Exportkapazitäten des Landes für Flüssigerdgas (LNG) um 17 Prozent verringern. Von den ausbleibenden Exporten sind dem katarischen Energieminister zufolge China, Südkorea, Italien und Belgien betroffen.

Quelle: ntv.de, spl/AFP

Source: n-tv.de