Rechtskräftiges Urteil: Deichmann muss die Müllkosten pro die Schuhkartons tragen

Viele Kunden und Kundinnen nehmen nach dem Kauf nur die Schuhe mit und lassen den dazugehörigen Karton im Geschäft. Die Kartons landen also nicht in den blauen, gebührenpflichtigen Mülltonnen. Deichmann muss aber trotzdem die Kosten tragen.
Was passiert mit dem Karton nach dem Schuhkauf? Darum geht es in einem Müllkosten-Streit. Der Karton bleibt im Shop, der Kunde nimmt nur die Schuhe mit, sagt Deichmann. Zahlen muss die Firma trotzdem.
Schuhmarkt
Schuhkarton-Streit: Deichmann verliert vor Gericht
Im Streit um Müllkosten hat Deichmann eine Niederlage vor Gericht einstecken müssen. Der Schuhhändler aus Essen hatte sich von einer sogenannten Systembeteiligungspflicht befreien lassen wollen.
Gericht folgt Deichmann-Argumenten nicht
Das Gelsenkirchener Verwaltungsgericht folgte dieser Argumentation nicht und berief sich in seinem Urteil auf ein Gutachten eines Sachverständigen, dem zufolge in Deutschland inzwischen rund 62% der Schuhkäufer den Schuhkarton aus dem Laden mitnehmen oder ihn nach einer Online-Bestellung zugeschickt bekommen. Wären es unter 50% gewesen, so wäre Deichmann vermutlich von der Müllkostenpflicht befreit worden. Die Deichmann-Anwältin hatte die Aussagekraft des Gutachtens infrage gestellt, die Richter hielten es hingegen für valide.
Greenwashing
Deichmann darf Schuhe nicht als nachhaltig bewerben
Klimaklage gegen Deichmann: Die Deutsche Umwelthilfe bekam vom Gericht Recht und stoppt so irreführende Werbung für angeblich nachhaltige Schuhe.
Ein Deichmann-Sprecher sagte, man habe auf Rechtsmittel verzichtet. Man verfolge die weiteren Entwicklungen einschließlich der Diskussionen zur Neufassung des Verpackungsrechts aufmerksam.
Eine Sprecherin der Zentralen Stelle Verpackungsregister wertete es positiv, dass mit dem Urteil die Maßstäbe für die Beteiligung von Schuhkartons an dem System nun klar definiert seien. „Schuhkartons unterliegen dem Grundsatz der vollständigen Systembeteiligung, das Recycling ist entsprechend zu 100% zu finanzieren.“