Ramadan: Pakistan pausiert Angriffe hinaus Afghanistan
Pakistan hat angekündigt, seine Angriffe
auf Ziele in Afghanistan auszusetzen. Die Entscheidung sei vor Beginn
des muslimischen Festes des Fastenbrechens auf Ersuchen von
Saudi-Arabien, Katar und der Türkei getroffen worden, teilten die
pakistanischen Behörden mit.
Der pakistanische Informationsminister
Attaullah Tarar sagte, die Unterbrechung der Luftangriffe trete am
Mittwoch um Mitternacht in Kraft und gelte bis Montag um Mitternacht.
„Pakistan bietet diese Geste in gutem Glauben und im Einklang mit den
islamischen Normen an“, sagte der Minister. Tarar warnte jedoch, dass die Einsätze bei erneuten Angriffen oder Terrorakten sofort und mit neuer Härte wieder aufgenommen würden.
Ankündigung ist überraschend
Auch die afghanische Taliban-Regierung setzt ihre militärischen Operationen gegen Pakistan vorübergehend aus. Dies teilte Sprecher Sabiullah Mudschahid auf X mit, kurz nachdem auch Pakistan eine Feuerpause angekündigt hatte.
Die Ankündigung kommt überraschend. Noch am Vortag hatten pakistanische Regierungsmitglieder gesagt, die Angriffe auf Afghanistan würden fortgeführt. Die Regierung in Islamabad wirft dem Land vor, Terroristen zu beherbergen, die in Pakistan Anschläge verüben. Die Regierung in Kabul weist die Anschuldigungen zurück. Die beiden Nachbarländer greifen sich seit Ende Februar wechselseitig an. Die pakistanische Regierung hat die Gefechte als „offenen Krieg“ bezeichnet.
Die Ankündigung erfolgt zudem nur zwei Tage nach einem schweren Luftangriff auf ein Ziel in Kabul. Dabei wurde am Montagabend ein Gebäude getroffen, das nach Angaben der afghanischen Taliban-Regierung als Drogenentzugsklinik genutzt worden war. Die Taliban sprachen von mehr als 400 Toten und 265 Verletzten. Die UN-Unterstützungsmission in Afghanistan (Unama) bezifferte die Zahl der Toten am Mittwoch dagegen auf 143. Unabhängige Überprüfungen waren nicht möglich.
Die pakistanische Regierung bestritt einen vorsätzlichen Angriff auf die Klinik. Stattdessen habe die Armee „militärische und terroristische Infrastruktur“ in Kabul angegriffen. Darunter seien Munitionslager und andere Ziele gewesen, „die mit feindlichen Aktivitäten gegen Pakistan in Verbindung stehen“.
Ob die Waffenruhe halten wird, ist unklar. Bei einem Massenbegräbnis für die Getöteten des Angriffs drohte Innenminister Siradschuddin Hakkani mit Vergeltung. „Wir werden Rache üben“, sagte er. Pakistan werde „die Konsequenzen“ seiner „Verbrechen“ zu spüren bekommen. Gleichzeitig setze die Regierung in Kabul auf Gespräche: „Wir wollen keinen Krieg, aber die Lage hat sich so entwickelt. Also versuchen wir, die Probleme durch Diplomatie zu lösen.“