Rahman wie neuer Premierminister in Bangladesch vereidigt

Tarique Rahman

Stand: 17.02.2026 17:35 Uhr

Bangladesch steht vor einem politischen Neuanfang: Nach heftigen Protesten gegen seine Vorgängerin und jahrelanger politischer Stagnation will der neue Regierungschef Rahman das Land einen und die Demokratie stärken.

Nach dem Erdrutschsieg seiner nationalkonservativen Partei, der BNP, bei der Parlamentswahl in der vergangenen Woche ist der neue Premierminister von Bangladesch vereidigt worden.

Tarique Rahman legte in der Hauptstadt Dhaka in Anwesenheit von Präsident Mohammed Shahabuddin den Amtseid ab und soll für die kommenden fünf Jahre die Regierungsgeschäfte führen. Er ist damit Nachfolger der langjährigen Premierministerin Sheikh Hasina.

Vorgängerin Hasina floh ins Exil – nach Massenprotesten

Viele Menschen in dem Land mit etwa 172 Millionen Einwohnern hoffen nun auf Stabilität. Anfang August 2024 hatte es gegen die zunehmend autoritär herrschende Regierungschefin Massenproteste gegeben. Dabei wurden Schätzungen zufolge etwa 1.400 Menschen getötet.

Sheikh Hasina floh nach Indien ins Exil und wurde von einem Sondergericht in Abwesenheit wegen Menschenrechtsverbrechen zu lebenslanger Haft verurteilt.

Erster Mann im Amt seit 35 Jahren

Der neue Regierungschef ist der Sohn der ehemaligen Premierministerin Khaleda Zia und des Ex-Präsidenten Ziaur Rahman. Er ist zudem der erste Mann im Amt seit 35 Jahren. Seit der Rückkehr Bangladeschs zur Demokratie 1991 standen entweder Rahmans Mutter oder ihre Erzrivalin Hasina an der Spitze der Regierung.

Die bittere Rivalität Zias mit Hasina hatte die Politik des armen Landes jahrzehntelang geprägt und wichtige Reformen blockiert.

Die vorgezogene Wahl galt auch als Test für einen geordneten demokratischen Übergang in dem überwiegend muslimisch geprägten Land in Südasien. Fast 128 Millionen Menschen waren wahlberechtigt.

Wirtschaft soll wieder in Schwung kommen

Nach seinem Wahlsieg versprach der 60-jährige Rahman die Demokratie zu stärken und die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Er rief alle Parteien dazu auf, vereint zu bleiben. „Dieser Sieg gehört Bangladesch, er gehört der Demokratie.“

Seine Bangladesh Nationalist Party (BNP) und ihre Partner errangen 212 der 350 Sitze im Parlament. Ein Bündnis aus elf Parteien unter Führung der Jamaat-e-Islami, der größten islamistischen Partei des Landes, gewann 77 Sitze.

Die neue Nationale Bürgerpartei (NCP), gegründet von den Studentenführern des Aufstands von 2024, war Teil dieses Bündnisses und sicherte sich sechs Sitze.

Source: tagesschau.de