Prozess in Hannover: Korrupter Staatsanwalt zu acht Jahren Gefängnis verurteilt

Ein korrupter Staatsanwalt aus Hannover muss nach Geschäften mit einer internationalen Drogenbande für acht Jahre und sechs Monate ins Gefängnis. Das Landgericht Hannover verurteilte den 40-Jährigen nach einem langen Prozess wegen Bestechlichkeit und Verletzung des Dienstgeheimnisses. Der Jurist hatte Informationen aus Ermittlungsverfahren an die Drogenhändler weitergegeben und eine Razzia verraten.
Erst im Januar hatte der verurteilte Staatsanwalt in dem stockenden Verfahren und nach einem Verständigungsvorschlag der Strafkammer den Großteil der ihm vorgeworfenen Taten gestanden. Die Wendung kam überraschend – bis dahin hatte der Jurist die Vorwürfe stets bestritten. Ein wegen Beihilfe zur Bestechung angeklagter 42 Jahre alter Boxtrainer wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt.
Staatsanwalt gesteht Großteil der Taten
Der 40-Jährige räumte neun der 14 Taten aus der Anklage der Staatsanwaltschaft Osnabrück umfassend ein. Im Gegenzug wurden weitere Anklagepunkte ‒ unter anderem Strafvereitelung im Amt ‒ auf Antrag der Staatsanwaltschaft fallen gelassen. Die Anklagebehörde hatte acht Jahre und sechs Monate Gefängnis gefordert. Der Mann habe dem Vertrauen in den Rechtsstaat schweren Schaden zugefügt, sagte der Anklagevertreter in seinem Plädoyer.
Dem Staatsanwalt wurde vorgeworfen, zwischen Juni 2020 und März 2021 gegen Geld Interna aus Ermittlungsverfahren preisgegeben und eine internationale Drogenbande vor einer Razzia gewarnt zu haben.
Hinweise auf ein Leck in den Behörden gab es schon früh. Bereits 2022 wurde ein Ermittlungsverfahren gegen den Staatsanwalt eingeleitet, seine Wohnung und seine Diensträume wurden durchsucht. Dieses Verfahren wurde im Oktober 2023 eingestellt, weil sich der Verdacht zunächst nicht erhärtete. Im Juni 2024 wurde das Verfahren wiederaufgenommen, im April 2025 begann der Prozess.
Source: faz.net