Proteste im Iran: USA vollziehen Sanktionen gegen iranische Schattenflotte
Die USA haben als Reaktion auf die Tötung von tausenden Demonstranten im Iran neue Sanktionen gegen das Land verhängt. Wie das US‑Finanzministerium mitteilte, richten sich die Maßnahmen gegen neun Schiffe der sogenannten Schattenflotte sowie acht zugehörige Unternehmen.
Die Schiffe und ihre Betreiber mit Sitz in Indien, im Oman und in den Vereinigten Arabischen Emiraten sollen iranisches Öl und Ölprodukte im Wert von mehreren Hundert Millionen US‑Dollar auf internationale Märkte transportiert haben. US‑Finanzminister Scott Bessent sagte, „die heutigen Sanktionen zielen auf eine entscheidende Komponente, mit der der Iran die Mittel erwirtschaftet, die zur Unterdrückung des eigenen Volkes eingesetzt werden“.
Trump drohte zuletzt mit Militärschlägen
Im Iran hatte eine Wirtschaftskrise Ende Dezember Proteste ausgelöst, die sich zu politischen Aufständen gegen die autoritäre Herrschaft der Islamischen Republik entwickelt hatten. Einsatzkräfte gingen brutal gegen die Proteste vor und schlugen sie nieder. Nach Angaben der in den USA ansässigen Human Rights Activists News Agency (HRANA) wurden dabei mehr als 5.000 Menschen getötet. Die Zahlen lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Die iranische Regierung hatte die Zahl der Getöteten am Mittwoch mit 3.117 angegeben.
Während der Proteste hatte US-Präsident Trump den Demonstranten mehrfach seine Unterstützung zugesichert. Der Republikaner hatte dem Regime im Iran zuvor mit einem Militärschlag gedroht, sollten festgenommene Demonstranten hingerichtet werden. Die Justiz im Iran hatte zuletzt angedeutet, dass Hinrichtungen wieder aufgenommen werden könnten.
Nachdem Trump der politischen Führung im Iran zunächst dafür gedankt hatte, Exekutionen vorerst auszusetzen, hat sich die Verhandlungsbereitschaft zwischen den USA und dem Iran inzwischen wieder verschlechtert. Irans oberster Führer, Ajatollah Ali Chamenei, bezeichnete Trump als „Verbrecher“, während Trump sagte, es sei „an der Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen“.