Presse den Zugang verweigert?: „Wenig schmeichelhafte“ Bilder sollen Hegseth stören

Presse den Zugang verweigert?„Wenig schmeichelhafte“ Bilder sollen Hegseth stören

12.03.2026, 11:45 Uhr

Verteidigungsminister-Pete-Hegseth-spricht-waehrend-einer-Pressekonferenz-im-Pentagon
Mit diesem Foto, das offenbar nicht auf Gegenliebe stieß, macht die „Washington Post“ ihre Geschichte auf. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Als Medien vor einem Jahr den „Golf von Mexiko“ nicht so benennen, wie es die US-Regierung will, dürfen sie nicht in die „Air Force One“. Nun geht der Zwist an anderer Stelle weiter. Im Fokus: Der mutmaßlich ins falsche Licht gesetzt „Kriegsminister“ Pete Hegseth.

Das US-Verteidigungsministerium hat Medienberichten zufolge Fotojournalisten von mehreren Pressebriefings zum Iran-Krieg ausgeschlossen. Das ohnehin angespannte Verhältnis zwischen Presse und Trump-Administration dürfte sich damit noch einmal verschärfen.

Diesmal geht es um Bilder, die von Verteidigungsminister Pete Hegseth geschossen wurden. Hegseths Stab habe diese „wenig schmeichelhaft“ gefunden, berichtet die „Washington Post“ unter Berufung auf zwei anonyme Quellen. Fotografen seien daraufhin von zwei Pressebriefings im Pentagon ausgeschlossen worden. Nur Ministeriumsfotografen seien dann anwesend gewesen, berichtet das US-Hauptstadtmedium.

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Hegseth am 2. März bei einem Pentagon-Briefing. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Macht der Bilder

Die angeblich „wenig schmeichelhaften“ Fotos sollen bei einem Pentagon-Briefing am 2. März entstanden sein – nur wenige Tage nach Beginn des US-israelischen Angriffs gegen den Iran. Ob es um ein oder mehrere Fotos geht, die Hegseths Stab angeblich ein Dorn im Auge gewesen sein sollen, und ob diese von einem oder mehreren Fotografen stammen, bleibt unklar.

Die „Washington Post“ macht ihre Geschichte mit einem Bild eines Fotografen der Nachrichtenagentur Associated Press auf, unter dessen Namen von besagtem Event mindestens über ein Dutzend Hegseth-Bilder veröffentlicht sind. Die meisten wirken unscheinbar, auf den oben gezeigten wirkt Hegseths Gesichtsausdruck etwas abweisend. Bilder von Agenturen werden von Medien in der ganzen Welt genutzt und sind deswegen besonders wirkungsvoll.

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Dieses Bild veröffentlichte die Agentur Reuters am 2. März – jedoch nach dem Briefung und von der Verleihung einer militärischen Ehrenmedaille. (Foto: REUTERS)

Pentagon-Pressesprecherin Kingsley Wilson schrieb in einer Stellungnahme, dass man, um den Raum im Briefingraum des Pentagons effizient zu nutzen, jedem Medienunternehmen einen Vertreter ohne Akkreditierung gestatten würde. „Sollte dies das Geschäftsmodell bestimmter Medienunternehmen beeinträchtigen, sollten diese eine Akkreditierung für das Pentagon beantragen“.

Tiefe Gräben

Die „Washington Post“ zählt in ihrem Artikel mehrere grundsätzliche und teils juristische Dispute auf, welche sich US-Medien und die US-Regierung in den vergangenen Jahren lieferten und liefern. Darin geht es auch um Informationsrechte der Presse und darum, dass zahlreiche Medien ihre Pentagon-Akkreditierungen im vergangenen Herbst aus Protest gegen schlechtere Bedigungen abgegeben hatten. Auch konservative Medien hatten laut CNN die Forderungen des Pentagon abgelehnt. Laut „Washington Post“ sollten Journalisten unterschreiben, sich nur um Informationen zu bemühen, die vom Ministerium genehmigt wurden.

Hierzulande wird auch noch ein weiterer Konflikt von Anfang 2025, nicht lange nach der Amtsübernahme von Donald Trump, in Erinnerung sein. Da war Journalisten der Mitflug in der „Air Force One“ untersagt worden, weil sie den „Golf von Mexiko“ nicht so benannten, wie es die Trump-Regierung wollte, nämlich „Golf von Amerika“.

Quelle: ntv.de, mpe

Source: n-tv.de