Preisschock durch Irankrieg: Wirtschaftsweise warnt vor Energieschock und Inflation

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm hat vor einem neuen Energieschock für Deutschland durch die Eskalation im Nahen Osten gewarnt. „Ein erneuter Energieschock würde eine Wirtschaft belasten, die sich noch immer von den vergangenen Preissprüngen erholt“, sagte Grimm dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) am Montag.
Grimm sieht Deutschland in fragiler Lage
Analysten hielten einen Ölpreis von über 100 Dollar für möglich, wenn die Straße von Hormus faktisch gesperrt bleibe. Durch diese Meerenge verliefen rund ein Fünftel der weltweiten Öltransporte. Die Gaspreise seien zuletzt auf über 40 Euro gestiegen. Falls die LNG-Produktion in Katar nicht bald wieder aufgenommen werde, drohten weitere empfindliche Anstiege.
Deutschland treffe dies in einer ohnehin fragilen Lage, erklärte die Ökonomin, die seit 2020 dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung angehört.
Besonders betroffen wären energieintensive Branchen wie Chemie, Stahl, Glas oder Papier. „Für Europa bedeutet das: steigende Energiekosten, wachsende Inflationsrisiken und zusätzliche Investitionsunsicherheit“, sagte Grimm.
Grimm forderte, Europas Energieversorgung widerstandsfähiger zu machen – durch diversifizierte Lieferketten, gut gefüllte Speicher, koordinierte europäische Beschaffung und einen beschleunigten Ausbau der eigenen Energieversorgung. „Wir müssen uns auf eine längere Phase erhöhter Unsicherheit einstellen“, warnte die Wirtschaftsweise.