Präsidentenwahl in Portugal: Rechtsextremist André Ventura schafft es in die Stichwahl
Portugal muss in einer Stichwahl am 8. Februar seinen Präsidenten bestimmen. Bei der Wahl am Sonntag kam Antonio José Seguro von der sozialdemokratisch orientierten Sozialistischen Partei (PS) mit gut 31 Prozent auf Platz eins, wie die Wahlbehörde CNE mitteilte. Die absolute Mehrheit aber erreichte er nicht. Der Chef der aufstrebenden rechtsextremen Chega-Partei, André Ventura, belegte Rang zwei. Nach Auszählung von mehr als 99 Prozent aller Wahlbezirke kam der 43-Jährige auf 23,5 Prozent der Stimmen.
Es ist die erste Stichwahl bei der Wahl des Staatsoberhauptes in Portugal seit 1986. Die Chancen für Ventura stehen dabei laut Umfragen schlechter: Mehr als 60 Prozent der Befragten gaben demnach an, in einer Stichwahl auf keinen Fall für den Rechtspopulisten stimmen zu wollen. Am 9. März soll der neue Präsident sein Amt antreten.
Der konservative Präsident Marcelo Rebelo de Sousa durfte nach zwei aufeinanderfolgenden Amtszeiten nicht mehr kandidieren. Insgesamt standen am Sonntag elf Kandidaten zur Wahl.
Das Staatsoberhaupt hat in Portugal relativ viel Macht. Der Präsident kann sowohl sein Veto gegen Gesetze einlegen als auch das Parlament auflösen und Neuwahlen ausrufen. Letzteres tat der beliebte und volksnahe Rebelo de Sousa in seiner zweiten Amtszeit sogar zweimal, und zwar bei Korruptionsvorwürfen gegen den sozialistischen Ministerpräsidenten António Costa im November 2023 sowie gegen den Konservativen Luís Montenegro im März vorigen Jahres.