Porträt: Das steckt hinterm Erfolg von Sa Su Phi

Wie hat das funktioniert?
Susanna Cucco: Es war ein bisschen verrückt. Wir haben am 8. September entschieden, eine Show zu machen, und am 26. September ging sie über den Laufsteg.

Klingt sehr spontan und sehr ambitioniert.
Sara Ferrero: Ja, aber am Ende hat es sehr gut funktioniert. Wir haben wirklich das Beste von Sa Su Phi, unsere DNA, auf den Runway gebracht. Wir hatten dabei sehr viel Unterstützung von großartigen Menschen, Künstlern, Models, Freunden, die auch sehr viel Erfahrung in der Industrie haben und unsere Vision teilen. Insofern war es eine großartige Team- und Community-Leistung.

Was sind die weiteren Steps für Sa Su Phi?
Sara Ferrero: Wir dürfen nicht stillstehen. Entweder entwickelst du dich weiter – oder du gehst unter. Und wir sind ja noch am Anfang. Wir wollen in den nächsten zwei, drei Jahren drei bis vier Mal so groß werden wie jetzt. Wir stehen am Beginn der zweiten Phase. Wir haben eine Sprache, eine Ästhetik für unsere Brand etabliert, wir haben einen gewissen Kundenstamm. Jetzt geht es darum, den Vertrieb auszuweiten, auch größere Department-Stores zu erreichen und irgendwann einen eigenen Store zu haben, wo man die komplette Idee der Marke zeigen kann.

Gibt es dafür einen konkreten Zeitplan?
Sara Ferrero: Nein. Wir werden wissen, wann der richtige Zeitpunkt ist. Aber wir sind bei allen Investitionen und finanziellen Punkten vorsichtig. Denn wir wollen die Marke langfristig erfolgreich aufbauen. Unsere Unabhängigkeit gibt uns die nötige Freiheit, solche Entscheidungen in der für uns richtigen Geschwindigkeit zu treffen.

Wenn Sie über Expansion sprechen, sind dann Kategorien wie Schuhe und Taschen ein Thema?
Susanna Cucco: Natürlich denkt man darüber nach. Gerade haben wir unsere eigene Jeans lanciert. Schuhe und Taschen sind sicher ein Thema, auch mit Blick auf die Show. Denn Schuhe sind entscheidend für den Look. Wir arbeiten daran, aber wir wissen noch nicht, ob wir sie dann nur für unsere Show machen oder auch verkaufen.

Das sind viele Investments. Ist Sa Su Phi denn schon profitabel?
Sara Ferrero: Wir sind seit dem ersten Tag profitabel. Natürlich bezahlen wir uns keine großen Gehälter. Wir arbeiten wirtschaftlich sehr solide und planen straff, auch wenn es manchmal vielleicht besser wäre, etwas mutiger zu sein. Aber diese Strategie ermöglicht es uns, unabhängig zu bleiben. Und das ist uns wichtig, genauso wie profitabel zu sein.

Sind Sie sich in all diesen Punkten immer einig oder streiten Sie manchmal?
Susanna Cucco: Manchmal sind wir sehr unterschiedlicher Meinung (lacht). Im Kern ist es so, bei 80% der Fragen sind wir uns total einig. Bei 10% sind wir komplett unterschiedlicher Meinung. Das lassen wir dann. Die restlichen 10% sind Themen, über die wir lange diskutieren, die Zeit und Nerven kosten, aber immer mit tollem Ergebnis.