Pläne von schwarz-rot: Die Qual welcher Heizungswahl

Freie Fahrt für den Einbau neuer Gasheizungen und Ölheizungen! Wer den Fraktionsspitzen von Union und SPD mit ihren Ideen für das neue Heizungsgesetz vor einer Woche zuhörte, konnte den Eindruck gewinnen, dass nun dieses Motto gilt.

Die vom ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erdachte Vorschrift zu 65 Prozent erneuerbaren Energien soll fallen, sodass Verbraucher sich nun wieder selbst für eine Heizungsart entscheiden können. Dass die Versorger dazu gezwungen werden, ihrem Erdgas grüne Anteile beizumischen, suggeriert den Verbrauchern, dass sie aus der Verantwortung für den Klimaschutz entlassen werden, solange sie einen Biogastarif abschließen. Und vor allem, dass der Griff zur neuen Gasheizung weiterhin eine solide Wahl darstellt.

Wer sich da mal nicht täuscht! Zwar sind Gasheizungen in der Anschaffung immer noch deutlich günstiger als Wärmepumpen. Für den Betrieb gilt das aber nicht unbedingt. Die Erdgaspreise sind nach dem Angriff auf Iran in die Höhe geschnellt. Doch wie lange die Straße von Hormus gesperrt bleibt und die globale Flüssiggasknappheit andauert, kann keiner seriös vorhersehen.

Hinzu kommen voraussichtlich steigende Gasnetzentgelte sowie CO2-Preise – jedenfalls dann, wenn die Politik sich traut, dem Emissionshandel freien Lauf zu lassen. All diese Unsicherheitsfaktoren müssen Verbraucher in Zukunft einpreisen. Damit haben sie im wahrsten Sinne des Wortes die Qual der Wahl.