Pläne dieser EU-Kommission: Wie Brüssel dieser Gefahr durch Drohnen begegnen will

Die EU-Kommission will die Regeln für die Registrierung privater Drohnen verschärfen. Außerdem sollen die Mitgliedstaaten rund um kritische Infrastruktur Flugverbotszonen ausweisen, die dann mit Hilfe von Software durchgesetzt werden. Diese Maßnahmen stehen im Zentrum eines Aktionsplans zur Abwehr von Gefahren durch Drohnen, der am Mittwoch vorgestellt wurde. Die Kommission reagiert damit auf die wiederholten Luftraumverletzungen, die im vergangenen Herbst den Flugverkehr in mehreren EU-Staaten gestört haben.
Dabei zeigte sich, dass die Behörden oftmals nicht wissen, wer Drohnen betreibt, weil es Lücken bei der Registrierung gibt. So müssen sich nach geltenden Vorschriften nur Betreiber von Flugobjekten registrieren, die mehr als 250 Gramm wiegen oder über eine Kamera verfügen. Viele Hersteller bleiben deshalb knapp unter dieser Schwelle. Das führt dazu, dass etwa 65 Prozent der verkauften Drohnen nicht registriert sind.
Künftig soll die Schwelle einheitlich auf 100 Gramm gesenkt werden. Außerdem soll der Betrieb einer Drohne erst nach erfolgter Registrierung möglich sein. Die nationalen Daten sollen in einer EU-weiten Datei zusammengeführt werden. Bei einer schnelleren Freund-Feind-Erkennung könnten sich nationale Behörden auf die nicht registrierten Drohnen konzentrieren, so die Hoffnung.
Außerdem sollen die Staaten verbindlich Flugverbotszonen rund um kritische Infrastruktur ausweisen, die dann in elektronische Karten aufgenommen werden. Mittels Software, dem sogenannten Geofencing, lässt sich so verhindern, dass Drohnen in solche Zonen fliegen.
Die Kommission will zudem Mobilfunknetze für die schnellere Erkennung von Drohnen einsetzen. Zum einen sollen ungewöhnliche Flugmuster aufgespürt werden, wenn Drohnen in Funknetzen eingeloggt sind. Zum anderen sollen nicht verbundene Drohnen mit akustischen und optischen Sensoren aufgespürt werden. Das soll in Pilotprojekten getestet werden. Eine finanzielle Förderung wäre jedoch erst ab 2028 möglich, wenn der neue mehrjährige Finanzrahmen in Kraft tritt.
Source: faz.net