Perspektivwechsel: So setzt sich Buchhändlerin Silke Müller gegen Thalia und Amazon durch

Wie und wo kauft die Händlerin eigentlich ein? Im Buchbereich stellen zum einen Verlagsvertreter die Neuerscheinungen vor, zum anderen kann über Großhändler bestellt werden. Die liefern auch über Nacht. „Das hat nicht Amazon erfunden“, sagt Müller und lacht. Sie versucht, für ihre Kunden alles zu besorgen. Individualbestellungen sind ihr sehr wichtig, auch wenn sie vielleicht manchmal dabei draufzahlt. Das hebt sie von den großen Unternehmen ab.
Außerdem ist sie Teil der Büchergilde und führt deren Programm. Über diese Vereinigung kaufen die Mitglieder mindestens ein Buch pro Monat und erhalten Sonder-Editionen mit besonders gestalteten Einbänden.
Nichtverkaufte Bücher kann Müller zurückgeben: über den Großhandel innerhalb von sechs Monaten, die Verlage wollen, dass ihre Bücher ein Jahr präsentiert werden. Für die arrondierenden Segmente besucht die Händlerin auch Messen wie die Christmas World oder Ambiente. Am liebsten schaut sie sich auf der Nordstil um. Über Vertreter bestückt sie ein umfangreiches Postkartensortiment. „Wir probieren vieles aus. Geschirr läuft gut. Oder Tee. Oder wir bieten zu den Kochbüchern Geschirrtücher an“, berichtet sie. Wie bei Tchibo sollen die Produkte immer wechseln, das locke auch die Kundinnen und Kunden öfter in den Laden. „Vor allem vor Weihnachten und Ostern üben diese Sortimente eine große Anziehungskraft aus.“ Manchen Kunden sei es gar unangenehm, am Ende „nur“ mit Geschenkartikeln und ohne ein Buch an der Kasse zu stehen.