Periodische Geschäftszahlen: Trump will Quartalsberichte abwickeln

US-Präsident Donald Trump regt an, dass börsennotierte US-Unternehmen ihre Zahlen nicht mehr quartalsweise, sondern nur noch halbjährlich offenlegen. Das würde eine rund 50 Jahre alte Praxis beenden. Schon in seiner ersten Amtszeit hatte Trump einen entsprechenden Vorschlag gemacht, der damals von der Börsenaufsicht SEC jedoch nicht umgesetzt wurde.

„Das wird Geld sparen und es Managern ermöglichen, sich darauf zu konzentrieren, ihre Unternehmen richtig zu führen“, verbreitete Trump über sein Sprachrohr Truth Social. „China hat einen 50- bis 100-Jahres-Zeithorizont für das Management eines Unternehmens, während wir unsere Unternehmen auf Quartalsbasis führen??? Nicht gut!!!“, so der Präsident. Die Börsenaufsicht meldete, sie werde den Vorschlag diesmal mit hoher Priorität prüfen.

Die Idee hat Fürsprecher und Gegner

Die Idee, Manager von der Berichtspflicht im Drei-Monats-Rhythmus zu befreien, hat Anhänger und Gegner. Jamie Dimon, Chef von JP Morgan Chase, und der legendäre Investor Warren Buffett argumentierten im Jahre 2018 in einem Beitrag, die Quartalsberichterstattung richte Manager zu sehr auf kurzfristige Gewinnerwartungen aus und schade der Wirtschaft. Zudem könnte die Pflicht kleine Unternehmen vom Börsengang abhalten, weil sie den bürokratischen Aufwand scheuten.

In der EU gibt es keine allgemeine Pflicht zur Quartalsberichterstattung. Seit der Änderung der Transparenzrichtlinie 2013 sind Jahres- und Halbjahresberichte verpflichtend; viele Unternehmen berichten dennoch freiwillig quartalsweise. Das gilt auch für Großbritannien, wo börsennotierte Unternehmen seit 2014 nicht mehr jedes Quartal offenlegen müssen.

Vergangene Woche hatte die Long-Term Stock Exchange (LTSE), ein Börsenplatz für langfristig orientierte Anleger, für den Vorschlag geworben und angekündigt, eine entsprechende Petition bei der SEC einzureichen. Damit sollen Börsengänge attraktiver werden. Tatsächlich schrumpft die Zahl börsennotierter Unternehmen in den USA seit einigen Jahren. Laut dem Center for Research in Security Prices lag sie Ende Juni bei rund 3700 – etwa ein Sechstel weniger als vor drei Jahren. Gegenüber dem Höchststand von 1997 hat sich die Zahl in etwa halbiert. Die LTSE sieht darin eine Bedrohung für die amerikanische Wirtschaft und die Anleger.

Für Analysten könnte der Abschied von der Quartalsberichterstattung die Arbeit erschweren, sich einen Einblick in Unternehmen zu verschaffen. Gewöhnlich fällt die Veröffentlichung der Zahlen mit Telefonkonferenzen für Analysten zusammen, die dann ebenfalls wegfielen.