Partielle Sonnenfinsternis 2022 über Deutschland: Spektakel am Mittagshimmel

Partielle Sonnenfinsternis (Symbolbild): Bis zu 30 Prozent der Sonne könnten am Dienstag kurzzeitig bedeckt sein


Foto: EyeEm / Getty Images

Oft passiert es nicht, dass der Mond sich zwischen Sonne und Erde schiebt und Teile des Sonnenlichts verdeckt. Am Dienstag lässt sich ein solches Spektakel am Mittagshimmel beobachten: Sie dauert dem Verein Vereinigung der Sternfreunde zufolge  rund zwei Stunden und ist in ganz Mitteleuropa zu sehen – wenn keine Wolken die Sicht versperren.

Daran könnte es laut Vorhersagen des Deutschen Wetterdienstes womöglich hapern: Am Dienstag soll der Himmel nach bisherigen Vorhersagen vielerorts wechselnd bis stark bewölkt sein. Nur für den Süden machen die Meteorologen Hoffnungen auf geringe Bewölkung oder sogar heiteres Wetter.

Seltenes Spektakel

Eine Sonnenfinsternis ist ein seltenes Ereignis, weil dafür mehrere Faktoren zusammenkommen müssen. Sie kann nach Angaben der Sternfreunde nur bei Neumond eintreten und wenn der Mond genau zwischen Erde und Sonne steht. Durch die Neigung der Mondbahn ziehe dieser aber meist ober- oder unterhalb der Sonne vorbei. Maximal zwei bis vier Sonnenfinsternisse gebe es jährlich irgendwo auf der Erde.

Die letzte partielle Sonnenfinsternis war in Mitteleuropa im Juni vergangenen Jahres zu sehen, die nächste wird es hier erst Ende März 2025 geben. Je nach Standort werde der Mond zwischen rund 20 und mehr als 30 Prozent des Sterns im Zentrum unseres Sonnensystems verdecken, teilten die Sternfreunde mit. »So kann jeder in der Mittagspause einen Blick zur Sonne werfen und die Finsternis bestaunen«, heißt es in einer Mitteilung. Dazu müsse man auf jeden Fall eine sichere Sonnenfinsternisbrille verwenden.

Wo die partielle Finsternis wann zu sehen ist

In Kiel beginnt der Mond, sich um 11.07 Uhr vor die Sonne zu schieben, in Berlin ebenso wie in Köln um etwa 11.10 Uhr, in München beginnt das Spektakel kurz nach 11.14 Uhr. Rund eine Stunde später ist das Maximum der Abdeckung erreicht, das von Nordosten nach Südwesten abnimmt.

Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) warnt ebenfalls davor, das Ereignis ungeschützt zu beobachten – egal, ob mit bloßem Auge, durch Ferngläser, Kameras oder Teleskope. Die zum Beobachten mit bloßem Auge genutzten Sonnenfinsternisbrillen sollen laut Bundesamt nach EU-Normen als sicher gelten, dürfen keine Kratzer oder Löcher haben und sollen möglichst nah am Gesicht anliegen. Ein direkter und ungeschützter Blick könne in kürzester Zeit die Netzhaut schädigen.


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Durch die Brillen sollten höchstens 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchkommen. Herkömmliche Sonnen- oder Schweißerbrillen, aber auch andere mögliche Behelfsmittel seien nicht geeignet. Für optische Geräte gebe es im Fachhandel spezielle Filteraufsätze oder Folien.


ani/dpa