Parlamentswahl in Bangladesch: Revolte ohne Reformen?
Wenn er heute zurückdenkt an den Sommer 2024, kann Tahmid Al Mudassir nicht mehr erklären, was ihn damals angetrieben hat. „Scharfschützen schossen aus Hubschraubern auf uns“, erzählt er der ZEIT am Telefon. „Es war extrem gefährlich.“ Der 25-jährige Student aus Bangladesch organisierte damals die Proteste mit. Zeitweise kehrte er nicht in sein eigenes Zuhause zurück. Er versteckte sich bei Freunden vor der Polizei und Schlägertruppen.
Am Donnerstag finden in Bangladesch die ersten freien Wahlen seit über 17 Jahren statt. 2024 brachten die Proteste die illiberale Regierung zu Fall. Die langjährige Premierministerin Sheikh Hasina floh aus dem Land. Bei der Wahl jedoch spielen die Vertreter aus den Studierendenprotesten nur eine kleine Rolle. Stattdessen treten vor allem altbekannte Politiker an, islamistische Parteien sind stärker geworden. Doch was bleibt bei der Wahl vom damaligen Aufbruch übrig?