Papst Leo XIV. bezieht Wohnung im Apostolischen Palast
Nach Jahren des Leerstands ist die Papstwohnung am Petersplatz wieder belegt: Leo XIV. bezog am Wochenende seine neue Unterkunft, die zehn Monate lang renoviert wurde. Dort hat er neben Kapelle und Bibliothek offenbar auch einen Fitnessraum.
Papst Leo XIV. hat ein neues Zuhause: Das Oberhaupt der katholischen Kirche wohnt seit dem Wochenende im Apostolischen Palast direkt am Petersplatz. Dem Vatikan zufolge zog Leo XIV. am Samstagnachmittag in die Räumlichkeiten ein, die seinen Vorgängern zur Verfügung standen.
Die ersten zehn Monate seiner Amtszeit hatte der Papst in seiner Wohnung in der vatikanischen Glaubensbehörde verbracht, in der er schon als Kardinal gelebt hatte. Sie befindet sich auf italienischem Staatsgebiet.
Bibliothek, Kapelle und wohl auch Fitnessraum
Laut einem Bericht der italienischen Zeitung La Repubblica von Ende Januar plante der Papst, in das Dachgeschoss des Apostolischen Palastes zu ziehen. Die Etage ist von außen kaum sichtbar. Die Fenster liegen direkt über den Rahmen der großen Fenster des darunterliegenden Stockwerks.
Neben Schlafzimmer, Küche und Bad soll die neue Papstwohnung über eine Privatbibliothek und eine kleine Kapelle verfügen. Zudem sei ein Fitnessraum eingebaut worden, berichteten verschiedene italienische Medien. Auf der Dachterrasse befindet sich seit der Amtszeit von Johannes Paul II. (1978-2005) eine Nachbildung der Lourdes-Grotte.
Nach Angaben des Vatikans wird sich Leo die Papstwohnung mit einigen engen Mitarbeitern teilen. Dazu gehören seine beiden persönlichen Sekretäre Edgar Rimaycuna aus Peru und Marco Billeri aus Italien. Laut La Repubblica sollen später auch Ordensschwestern aus Peru hinzukommen, die der Papst bereits aus seiner Zeit als Bischof in dem Andenland kennt. Sie sollen sich um Haushalt und die Küche kümmern.
Kurz nach seiner Wahl zum Papst im Mai 2025 konnte Papst Leo XIV. seine neuen Gemächer schon einmal begutachten.
Aufwendige Sanierungsarbeiten
Der Sanierungsbedarf in den päpstlichen Gemächern war groß. Da Leos direkter Vorgänger Franziskus dort nicht wohnen wollte, standen die Räume zwölf Jahre lang leer. Durch das marode Dach des Renaissancepalastes kam es Berichten zufolge zu erheblichen Wasserschäden mit Schimmelbildung. Außerdem mussten Wasser- und Elektroleitungen komplett erneuert werden.
Die Renovierung des päpstlichen Arbeitszimmers war schon vor einiger Zeit abgeschlossen worden, und Leo XIV. arbeitete dort bereits vor seinem Umzug. Es befindet sich in der dritten Etage hinter dem zweiten Fenster von rechts, von dem aus der Papst jeden Sonntag um 12 Uhr beim Mittagsgebet zu den Menschen auf dem Petersplatz spricht. Am Sonntag musste Leo zum ersten Mal nun nur noch wenige Meter gehen, um vom Fenster seiner neuen Wohnung das Sonntagsgebet zu sprechen, zu dem sich Zehntausende auf dem Petersplatz versammelt hatten.
Rückkehr zur Tradition
Mit dem Umzug in den Apostolischen Palast nimmt Leo XIV. eine Tradition früherer Päpste wieder auf. Zuletzt wohnte dort bis 2013 der deutsche Papst Benedikt XVI.. Dessen Nachfolger Franziskus, der im April mit 88 Jahren starb, blieb während seines gesamten Pontifikats im Gästehaus des Vatikans wohnen, der Casa Santa Marta. Der Argentinier begründete dies damit, dass er bescheiden leben wolle und auch nicht isoliert in einem Palast.
Leo hatte hingegen schon gleich nach der Wahl deutlich gemacht, dass er zurück in den Apostolischen Palast will. Überhaupt betont der Papst aus den USA die Bewahrung von Tradition. Im Gegensatz zu Franziskus tritt er auch in formellerer Kleidung mit den traditionellen Insignien des katholischen Kirchenoberhaupts auf.
Mehr als 1.000 Räume auf 55.000 Quadratmetern
Der Apostolische Palast im Vatikan ist einer von drei historischen Amtssitzen der Päpste in Rom und seit dem Untergang des Kirchenstaates 1870 der einzige noch regelmäßig von ihnen genutzte. Laut dem Nachrichtenportal Vaticannews war Pius X. (1903-1914) der erste Papst, der in die Wohnung im Apostolischen Palast einzog.
Der 55.000-Quadratmeter-Komplex aus dem frühen 16. Jahrhundert dominiert die Nordseite des Petersplatzes. Außer der Wohnung des Papstes beherbergen die mehr als 1.000 Räume des vierflügeligen Palastes zahlreiche Repräsentations- und Arbeitszimmer. Auch Büros des vatikanischen Staatssekretariates, prunkvolle Säle für feierliche Empfänge und Teile der Vatikanischen Museen inklusive der Sixtinischen Kapelle sind dort zu finden.
Source: tagesschau.de