Opposition in Venezuela: González bezeichnet sich wie Präsident jener Venezolaner
Der im Exil lebende venezolanische Oppositionspolitiker und ehemalige Präsidentschaftskandidat Edmundo González Urrutia hat sich erstmals seit der Gefangennahme von Staatschef Nicolás Maduro durch die USA öffentlich geäußert. Die aktuellen Geschehnisse seien „ein wichtiger Schritt, der aber nicht ausreicht“, teilte er auf Instagram mit. Nun müssten weitere Schritte folgen.
„Als Präsident der Venezolaner richte ich einen ruhigen und klaren Appell an die nationalen Streitkräfte und Strafverfolgungsbehörden: Eure Pflicht ist es, das am 28. Juli 2024 zum Ausdruck gebrachte souveräne Mandat zu erfüllen und durchzusetzen“, sagte González. Die politische Lage in Venezuela könne sich erst dann normalisieren, wenn politische Gefangene freigelassen würden und das Wahlergebnis von 2024 respektiert werde.
González war im Juli 2024 bei der Präsidentschaftswahl gegen Maduro angetreten. Die Opposition erklärte ihn mit 67 Prozent der Stimmen zum Wahlsieger, auch die USA haben ihn als solchen anerkannt. Die regierungstreue Wahlbehörde rief hingegen Maduro mit 52 Prozent zum erneuten Sieger der Präsidentschaftswahlen aus. Proteste gegen das Wahlergebnis wurden niedergeschlagen, die Polizei nahm mehr als 2.400 Demonstranten fest. González floh daraufhin nach Spanien ins Exil.
Rufe nach Übergangsregierung unter González
Die venezolanische Oppositionskandidatin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado hatte bereits kurz nach der Festnahme Maduros die Einsetzung von González als Nachfolger gefordert. Er habe die Präsidentenwahl vor eineinhalb Jahren gewonnen und sollte sein verfassungsmäßiges Amt nun unverzüglich antreten, schrieb sie auf sozialen Netzwerken.
Auch Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schrieb über den nun bevorstehenden Umbruch in Venezuela: „Wir wünschen uns, dass der 2024 gewählte Präsident Edmundo González Urrutia diesen Übergang rasch sicherstellen kann.“ Der Prozess müsse „friedlich, demokratisch und unter Achtung des Willens des venezolanischen Volkes erfolgen“, sagte er.
Das US-Militär hatte Venezuelas offiziellen Staatschef Maduro am Samstag während eines Blitzangriffs überwältigt und in ein Gefängnis in New York ausgeflogen. US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag angekündigt, die USA würden Venezuela vorerst selbst führen. Das oberste Gericht Venezuelas hat inzwischen die bisherige venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez zur Interimspräsidentin des Landes ernannt. Auch das Militär unterstützt die Politikerin.
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