OpenAI holt sich OpenClaw-Erfinder an Bord – und greift im Rennen um die KI-Vormacht neu an

Der österreichischen Entwickler Peter Steinberger, Kopf hinter dem gehypten Open-Source-Assistenten OpenClaw, geht zu OpenAI. Was OpenClaw so besonders macht – und warum es ebenso genial wie riskant ist.

Verstärkt sich mit einem Österreicher: Das KI-Unternehmen OpenAI

Verstärkt sich mit einem Österreicher: Das KI-Unternehmen OpenAI
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Holt OpenAI im Rennen um die KI-Herrschaft wieder auf? Nachdem das Unternehmen von Sam Altman zuletzt Marktanteile an Konkurrenten wie Anthropic verloren hatte, folgt jetzt ein Paukenschlag: Es konnte sich die Dienste von Peter Steinberger sichern, das österreichische Gehirn hinter dem KI-Hype OpenClaw.

Sam Altman selbst schrieb dazu auf X: „Er ist ein Genie mit vielen beeindruckenden Ideen für die Zukunft, in der sehr smarte Agenten miteinander interagieren, um sehr nützliche Dinge für Menschen zu tun.“ Steinberger soll deswegen Teil des Codex Teams von OpenAI werden und steht dabei für den heißen Wettlauf zwischen den KI-Riesen um smarte Assistenten im Alltag.

OpenClaw soll als unabhängiges Open-Source-Projekt über eine Stiftung erhalten bleiben, unterstützt von OpenAI. Steinberger, der KI-Agenten für alle zugänglich machen will, schreibt in einem Blogpost in eigener Sache: „Es war mir immer wichtig, dass OpenClaw Open Source bleibt und die Freiheit hat, sich weiterzuentwickeln. Letztlich fühlte ich, dass OpenAI der beste Ort ist, um meine Vision voranzutreiben und ihre Reichweite zu erweitern.“ Er glaube zwar, dass OpenClaw eine „riesige Firma“ werden könne – habe aber keine Lust, eine solche zu führen. Nicht noch einmal. Denn dazu sei gesagt: Steinberger hat erfolgreiche Gründerjahre hinter sich: 2011 gründete er PSPDFKit mit und verkauft das Startup zehn Jahre später für einen dreistelligen Millionenbetrag.

Was ist OpenClaw und wie funktioniert es?

Doch was ist OpenClaw eigentlich genau? Es handelt sich um einen KI-Assistent, der direkt auf dem Computer installiert wird und per WhatsApp, Telegram oder Slack Befehle ausführt. Er merkt sich Vorlieben und Routinen durch aktives Lernen sowie Erinnern und steuert den Browser für die selbstständige Bearbeitung von Formularen oder Buchungen. Seine Grundlage sind dabei lokale Dateien und Skripte.

So knackt der Agent dabei Alltags- und Tech-Aufgaben selbstständig: Er sortiert E-Mails nach Priorität, managt Kalender, bucht Flüge – oder schreibt Code. Deswegen wird er auch gerade besonders in der Dev-Community heiß diskutiert.

Große Vorteile – aber auch Risiken

Mit seinem Fähigkeiten kann OpenClaw Zeit und Nerven sparen. Das geht über Behördenmails und Terminmanagement hinaus: Entwickler sagen, es habe komplexe Probleme gelöst, die Teams Wochen gejagt haben. Bestehende Python-Modelle habe es mit 40-fachem Speedup umgebaut. Also für Gründer, die schnell skalieren wollen, spannend. Und mit über 150.000 GitHub-Stars ein echter Community-Favorit – für Hobbyprogrammierer wie auch Enterprise-Experten.

Aber das Programm und dessen Stärke zeigt auch Risiken. Durch den vollem Systemzugriff, Internet-Kommunikation sowie totale Handlungsfreiheit kann es Dateien löschen, Schadcode laden oder auch mal ungewollt dutzende Personen kontaktieren. So hatte unter anderem laut Handelsblatt ein Nutzer berichtet, der Agent habe unkontrolliert hunderte Nachrichten über iMessage verschickt. Sicherheitsexperten warnen gerade deswegen, dass vor allem die „tödliche Dreifaltigkeit“ aus privaten Daten, externer Kommunikation sowie ungeschützten Inhalten eine große Gefahr darstellt.

Meinungsbild: OpenClaw Night bei Antler

Doch wie kommt das Tool in der Deutschen Coding-Community an? Gründerszene hat sich hier ein eigenes Bild gemacht und war bei der OpenClaw Night des Berliner VCs Antler. Hier traf sich die Dev-Community, um eigene Skills für den gefeierten Open-Source-Assistenten zu basteln. Dabei fiel das allgemeine Stimmungsbild gemischt aus.

Für Privatnutzer sei das Tool ideal: out-of-the-box super für nervige Alltagsdinge wie Behördenkorrespondenz – ein echter Gamechanger. Für berufliche Coding-Sessions war die Stimmung hingegen zurückhaltender: Manche wollen lieber selbst Backend-Code schreiben und sehen wenig nutzen in dem Tool, finden die starke Automatisierung sogar spooky. Andere schätzen es als sehr hilfreich für Coding-Routineaufgaben und um fehlende Skills auszugleichen. Sicherheitsbedenken gibt es aber nach wie vor bei allen, man gibt dem Tool ja schließlich Zugriff auf seinen ganzen Computer, Firmendaten inklusive.

Noch unsicher was sie von OpenClaw halten soll: Die Berliner Dev-Community bei Antler

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Konkurrenz aufgepasst!

Was bedeutet dieser Move für OpenAIs Rivalen? Der Steinberger-Wechsel ist ein echtes Ausrufezeichen – insbesondere da auch Meta laut Handelsblatt mit dem Österreicher gesprochen haben soll. Trotzdem entschied er sich für Sam Altmans Angebot, wo er nun im Codex-Team, das für Codingmodelle zuständig ist, für klare Vorherrschaft sorgen soll.

Source: businessinsider.de