Ohne russische Vertreter? : Selenskyj kündigt Gespräche mit USA zusätzlich Kriegsende an

Ohne russische Vertreter? Selenskyj kündigt Gespräche mit USA über Kriegsende an

19.03.2026, 21:56 Uhr

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Der ukrainische Präsident spricht von einer Fortsetzung bestehender Verhandlungsformate, erwähnt russische Vertreter aber nicht ausdrücklich. (Foto: Getty Images)

Die trilateralen Gespräche über eine Beendigung des russischen Angriffskriegs sind ins Stocken geraten. Das letzte Treffen endet in Genf ohne Ergebnisse. Von russischer und ukrainischer Seite heißt es zuletzt, die Gespräche liegen auf Eis. Nun soll zumindest ein neues Treffen mit den USA anstehen.

Nach einer Pause wegen des Iran-Kriegs setzt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj auf neue Gespräche mit den USA über ein Ende des russischen Angriffskriegs in seinem Land ab Samstag. Er habe entsprechende Signale aus den USA empfangen, sagte Selenskyj in seiner abendlichen Videobotschaft aus Kiew. „Es gab eine Verhandlungspause, nun ist es Zeit, sie zu beenden.“

Die Gruppe ukrainischer Unterhändler, die für den politischen Teil der Gespräche zuständig ist, sei bereits auf dem Weg in die USA. Selenskyj sagte, er habe mit dem Sekretär des Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, seinem Stabschef Kyrylo Budanow und anderen Vertretern die Linie abgesprochen.

Der ukrainische Präsident sprach von einer Fortsetzung bestehender Verhandlungsformate, erwähnte russische Vertreter aber nicht ausdrücklich. In Moskau hatte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Mittwoch gesagt, dass die trilateralen Verhandlungen einstweilen ruhten. Am Donnerstag schloss er eine Fortsetzung nicht aus, sowie die USA einen Termin dafür hätten. Auch der Sprecher des ukrainischen Außenministeriums, Heorhii Tykhyi, hatte am Mittwoch laut der unabhängigen Nachrichtenagentur Interfax-Ukraine die Aussetzung der Gespräche zwischen der Ukraine, den USA und Russland mitgeteilt. Die Teams der drei Länder würden aber weiterhin in täglichem Kontakt stehen.

In einer Videoschalte zum EU-Gipfel in Brüssel sagte Selenskyj, dass sich die Ausgangslage der Gespräche für Russland durch den Iran-Krieg verbessere, für die Ukraine aber verschlechtere. Dies dürfe nicht zugelassen werden. Moskau sehe, dass am Persischen Golf Flugabwehrmunition verbraucht werde, die der Ukraine fehle. Russland profitiere vom gestiegenen Ölpreis; die USA hätten Sanktionen gegen Moskau ausgesetzt. Dagegen stockten neue EU-Sanktionen; ein lebenswichtiger EU-Kredit von 90 Milliarden Euro für Kiew hänge in der Luft.

In der vergangenen Woche hatte sich der russische Gesandte Kirill Dmitrijew mit den US-Unterhändlern Steve Witkoff und Jared Kushner im US-Bundesstaat Florida getroffen. Dmitrijew sprach im Anschluss von einem „produktiven Treffen“. Zuvor hatte die US-Regierung angekündigt, verhängte Sanktionen gegen russisches Erdöl aufzuheben.

In Genf hatte Mitte Februar eine trilaterale Gesprächsrunde mit Vertretern Russlands, der Ukraine und der USA stattgefunden, die allerdings keine konkreten Ergebnisse brachte. Moskau beharrt für ein Ende seines seit mehr als vier Jahren andauernden Angriffskriegs auf seiner Forderung, dass die Ukraine die gesamte Donbass-Region abtreten soll – was Kiew strikt ablehnt.

Quelle: ntv.de, gut/dpa/AFP

Source: n-tv.de