Ohne Einladung zur Sicherheitskonferenz – Frohnmaier trifft US-Spitzenbeamtin in München

Markus Frohnmaier ist nicht zur Münchner Sicherheitskonferenz eingeladen. Der AfD-Politiker wird aber trotzdem anreisen: Am Rande der Veranstaltung will er eine Vertreterin der Trump-Administration treffen, die sich für „Meinungs- und Redefreiheit“ einsetze.

Die AfD hat lange um eine offizielle Einladung zur Münchner Sicherheitskonferenz (MSC) für einen ihrer prominenten Köpfe gekämpft – vergeblich. Weder Parteichefin Alice Weidel noch Co-Chef Tino Chrupalla oder Außenpolitiker Markus Frohnmaier stehen auf der Gästeliste. Doch zumindest letzterer reist trotzdem an, wie „Politico“ erfuhr.

Frohnmaier wird am Rande der Konferenz in München erwartet. Offiziell ist er nicht Teilnehmer des Programms, doch hinter verschlossenen Türen plant er Gespräche mit Vertretern der US-Politik. Besonders freue er sich „auf den Austausch mit Sarah Rogers“, sagt der außenpolitische Sprecher der AfD-Fraktion. Rogers ist Unterstaatssekretärin im State Department, Frohnmaier hatte sie im Dezember in Washington getroffen. Rogers setze sich „mit großem Engagement für Meinungs- und Redefreiheit ein“, so der AfD-Politiker.

Damit knüpft die AfD an das vergangene Jahr an. Auch damals war kein führender Parteivertreter zur MSC geladen. Weidel reiste dennoch an und traf US-Vizepräsident J.D. Vance in einem Münchner Hotel. In der Partei gilt Frohnmaier als Weidels Gesandter für die Kontakte ins republikanische Lager – insbesondere in Richtung MAGA-Umfeld. In seiner Rolle als außenpolitischer Sprecher der Fraktion baut er seit Monaten transatlantische Beziehungen auf.

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Aber das ist nicht der einzige Grund, warum er sich um ein Treffen mit der US-Seite bemühte. Er ist auch der AfD-Spitzenkandidat für die baden-württembergische Landtagswahl. Gute Kontakte in die USA sollen ihm im Wahlkampf zusätzlichen Rückenwind verschaffen. „Die USA sind für Baden-Württemberg nicht nur ein verlässlicher Partner, sondern auch einer unserer wichtigsten Absatzmärkte, vor allem für unsere starke Automobilindustrie“, sagt Frohnmaier „Politico“.

So prominent wie im Vorjahr wird die Trump-Administration in München nicht vertreten sein. Vance hat abgesagt. US-Außenminister Marco Rubio reist zwar an und leitet die amerikanische Delegation – ein Treffen mit AfD-Vertretern kommt trotz entsprechender Bemühungen nicht zustande.

Zwei eher unbekannte AfD-Abgeordnete sind eingeladen

Während Frohnmaier ohne Einladung anreist, sind drei AfD-Abgeordnete offiziell zur MSC geladen: Anna Rathert, Rüdiger Lucassen und Heinrich Koch. Warum die Wahl ausgerechnet auf diese – bis auf Lucassen eher unbekannten – Parlamentarier fiel, sorgt selbst parteiintern für Verwunderung. „Ich kann mir diese beiden Einladungen nicht erklären“, sagte Verteidigungspolitiker Lucassen dem „Tagesspiegel“.

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Rathert berichtet, sie habe die Einladung kurz vor Weihnachten erhalten und sich „riesig darüber gefreut“. Gleichzeitig sei sie „überrascht“ gewesen, „dass so wenige eingeladen sind“. Es ist ihr erster Besuch der Sicherheitskonferenz. Warum die Entscheidung auf sie gefallen ist, habe man ihr nicht mitgeteilt. Sie wolle die MSC für den Austausch mit Militärexperten nutzen, um bessere Einblicke in internationale Konfliktherde zu bekommen. Außerdem wolle sie neue Kontakte für sich und ihre Fraktion knüpfen.

Kanzler Friedrich Merz (CDU) wird einen weiten Bogen um die AfDler machen — er hat in München zwei Prioritäten: die USA und die Ukraine. Der Kanzler trifft sowohl Rubio als auch den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. Während auf der Hauptbühne über die sicherheitspolitische Zukunft Europas verhandelt wird, versucht Frohnmaier abseits der offiziellen Termine, eigene außenpolitische Akzente zu setzen.

Pauline von Pezold ist Reporterin beim Newsletter „Playbook“ von „Politico“ Deutschland.

Source: welt.de