Österliche Waffenruhe: Putin könnte jederzeit die Waffen ruhen lassen

Mit sozusagen weihrauchschwenkender Geste hat Wladimir Putin eine österliche Waffenruhe verkündet. So hat es der russische Machthaber auch vor einem Jahr vor dem orthodoxen Osterfest getan.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist sogleich darauf eingegangen und hat mitgeteilt, dass auch die ukrainischen Streitkräfte während dieser rund dreißig Stunden die Waffen schweigen lassen würden.
Der Schlüssel zum Erfolg liegt für Putin in den USA
Oberflächlich sieht es also so aus, als wäre Putin mit gutem Willen vorangegangen und habe Selenskyj zum Nachziehen genötigt. Es werden sich gewiss Putin-Fans finden, die es so darzustellen versuchen.
Deshalb muss, auch wenn das gebetsmühlenhaft erscheinen mag, daran erinnert werden: Putin könnte jederzeit dafür sorgen, dass die Waffen niedergelegt werden. Er müsste nur den Krieg abbrechen, mit dem er das Nachbarland oder Teile davon erobern will.
Doch dass der Kremlherrscher seinen Raubkrieg aufgibt, ist weniger denn je abzusehen. Für ihn liegt der Schlüssel zum Erfolg in den Vereinigten Staaten, wo Präsident Donald Trump mit seinem Iranabenteuer Putin noch mehr Spielraum gegeben hat.
Ein russischer Abgesandter ist jetzt wieder nach Washington gereist. Der Kreml spielt die Bedeutung herunter: Es gehe bloß um Wirtschaftsfragen. Die können allerdings von Bedeutung sein, gerade bei Trump.
Source: faz.net