Nord Stream: Niemand hat die Absicht, eine Pipeline zu errichten

Matthias Warnig verstand sich stets als ein Mann der zweiten Reihe, als einer, der die Nähe zur Macht sucht und ihr zu Diensten ist. Aber ebenso konsequent blieb er im Hintergrund, wenn die deutschen Regierungschefs Gerhard Schröder und Angela Merkel vor Fernsehkameras über das segensreiche Gas aus Russland sprachen. Dabei war es Warnig, ohne den die Deals mit dem russischen Energiekonzern Gazprom kaum zustande gekommen wären. Wohl niemand im Westen stand Wladimir Putin näher als der ehemalige Stasi-Offizier Warnig, der es im Jahr 2006 zum Chef der Firma Nord Stream brachte, die eine Pipeline durch die Ostsee von Russland bis zur Küste in Mecklenburg-Vorpommern legte. Auch im Nachfolge-Unternehmen Nord Stream 2 stand er bis vor fast zwei Jahren an der Spitze. Deshalb musste Warnig am 24. Januar dieses Jahres vor dem parlamentarischen Untersuchungsausschuss „Klimaschutzstiftung“ in Schwerin aussagen, der die Verstrickung der Regierung Mecklenburg-Vorpommerns mit dem Kreml und dessen Verbündeten aufzuklären versucht.