No Kings: Millionen US-Amerikaner Widerspruch erheben gegen die Regierung
In den USA haben unter dem Motto „No Kings“ (Keine Könige) abermals landesweit Hunderttausende Menschen gegen die Politik von US-Präsident Donald Trump protestiert. In mehr als 3.000 Orten über alle 50 Bundesstaaten hinweg fanden nach Angaben der Organisatoren große und kleine Protestmärsche statt.
Die Veranstalter sprachen von insgesamt mindestens acht Millionen Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Die US-Behörden haben bisher keine Schätzung über die Teilnehmerzahlen veröffentlicht. Es waren die dritten landesweiten Demonstrationen unter diesem Motto seit dem Amtsantritt Trumps im Januar vergangenen Jahres.
Ein Zentrum der Proteste waren die Zwillingsstädte Minneapolis und St. Paul im Bundesstaat Minnesota. Auch der Rockstar Bruce Springsteen trat dort auf und sang vor Zehntausenden Menschen seinen Protestsong Streets of Minneapolis im Gedenken an die Tötung der beiden US-Bürger Renée Good und Alex Pretti durch Beamte der Einwanderungspolizei ICE und des US-Grenzschutzes. „Ihre Tapferkeit, ihr Opfer und ihre Namen werden nicht vergessen werden“, sagte Springsteen an die Menge gerichtet.
In der US-Hauptstadt Washington, D. C. waren bereits am Morgen Zehntausende Menschen über die Memorial Bridge in Richtung Innenstadt gezogen. Viele versammelten sich am Lincoln Memorial, wo einst auch der Bürgerrechtler Martin Luther King seine berühmte Rede mit dem Ausruf „I Have a Dream“ (Ich habe einen Traum) gehalten hatten.
Die Organisatoren, ein Bündnis verschiedener zivilgesellschaftlicher Gruppen, sprachen laut Medienberichten von einer der größten Protestmobilisierungen in der Geschichte des Landes. An den letzten No-Kings-Demonstrationen im Oktober sollen Schätzungen zufolge rund sieben Millionen Menschen teilgenommen haben.
US-Regierung verunglimpft Demonstrierende
Viele Teilnehmende brachten ihre Unzufriedenheit mit der rigorosen Abschiebepolitik der Regierung und den umstrittenen ICE-Einsätzen zum Ausdruck. Auch der Krieg gegen den Iran stand im Zentrum der Proteste. Wie schon bei den vergangenen No-Kings-Märschen richtete sich der Unmut der Demonstrantinnen und Demonstranten auch gegen Korruption und die Aushöhlung der Demokratie in den USA. „Trump will wie ein Tyrann über uns herrschen. Aber dies ist Amerika, und die Macht liegt beim Volk – nicht bei Möchtegernkönigen oder ihren milliardenschweren Kumpanen“, teilten die Organisatoren vorab mit.
Die US-Regierung spielte die Bedeutung der Proteste herunter. Sprecherin Abigail Jackson teilte mit, nur Journalisten interessierten sich dafür. Es handele sich um Therapiesitzungen für Menschen, die am sogenannten Trump-Derangement-Syndrom litten. Mit dem Begriff unterstellen Trump-Anhänger Kritikern des Präsidenten, dass diese jegliches Urteilsvermögen verloren hätten und Trump daher irrational und geradezu hysterisch ablehnen würden.
Auch außerhalb der USA gab es Solidaritätskundgebungen. In Deutschland fanden unter anderem Demonstrationen in Berlin, Hamburg und München statt. Auch in Paris, Rom und Madrid protestierten Menschen gegen die US-Regierung.