Nicht vom Kongress genehmigt: Gericht stoppt vorerst Trumps Ballsaal am Weißen Haus

Nicht vom Kongress genehmigtGericht stoppt vorerst Trumps Ballsaal am Weißen Haus

01.04.2026, 00:15 Uhr

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Der Baukran am Weißen Haus steht erstmal still. (Foto: picture alliance/dpa/AP)

Donald Trump will seinen Amtssitz umgestalten – auf eigene Faust. Der historische Ostflügel ist abgerissen, stattdessen soll ein riesiger Festsaal entstehen. Doch jetzt hat ein Gericht gesprochen und das Bauvorhaben liegt auf Eis.

Die Bauarbeiten an Donald Trumps riesigem Ballsaal am Weißen Haus müssen per Gerichtsbeschluss vorerst gestoppt werden. Sie dürfen erst weitergehen, wenn der US-Kongress den Abschluss des Projekts bewilligt, entschied Richter Richard Leon in der Hauptstadt Washington. 

Ein Präsident sei nicht Besitzer des Weißen Hauses, stellte Leon gleich in den ersten Zeilen seines Urteils fest. Er folgte damit einem Antrag der Denkmalschutzorganisation National Trust for Historic Preservation auf eine einstweilige Verfügung. Zugleich setzte der Richter die Umsetzung der Entscheidung für 14 Tage aus, damit die Trump-Seite dagegen Berufung einlegen kann.

Trump hatte den Ostflügel des Weißen Hauses im Herbst überraschend abreißen lassen und will stattdessen einen riesigen Ballsaal errichten lassen. Das Justizministerium hatte dem Präsidenten Rückendeckung gegeben und den Bau als zulässige Modernisierung deklariert. Die Kläger argumentieren dagegen, weder der Präsident noch die für das Gelände zuständige Nationalparkverwaltung hätten die Befugnis, ohne ausdrückliche Zustimmung des Parlaments ein historisches Gebäude abzureißen oder eine derart große neue Anlage zu errichten.

Trump will bauliche Spuren hinterlassen

Die Kosten für den Neubau – finanziert durch Spenden und aus Trumps eigener Kasse – werden inzwischen auf 400 Millionen Dollar geschätzt. Denkmalschützer warnen, das neue Gebäude könnte das Weiße Haus daneben klein wirken lassen. Der Ostflügel war ursprünglich 1902 erbaut und während der Präsidentschaft von Franklin D. Roosevelt erweitert worden. Richter Leon hatte das Gelände des Weißen Hauses kürzlich bei einer Anhörung als besonderen Ort und Wahrzeichen der Nation bezeichnet.

Trump betrachtet den geplanten Festsaal, der nach seinen Worten der schönste des Landes werden soll, als prägendes Element seiner Präsidentschaft. Die US-Regierung argumentiert, der Neubau werde die Infrastruktur modernisieren, die Sicherheit erhöhen und das Weiße Haus entlasten, das für große Veranstaltungen oft auf provisorische Zelte angewiesen sei. Eine US-Kunstkommission, die ausschließlich aus von Trump ernannten Mitgliedern besteht, hatte den Entwurf im Februar einstimmig gebilligt. Der Saal ist Teil von Trumps weitreichenden Plänen zur Umgestaltung Washingtons, die auch einen 76 Meter hohen Monumentalbogen und Änderungen am Kulturzentrum Kennedy Center vorsehen.

Quelle: ntv.de

Source: n-tv.de