Neubaumieten: Dick aufgetragen

Man kann sich, um die Krise des deutschen Wohnungsbaus zu ergründen, mit allerlei Experten unterhalten. Mit Investoren aus der Wohnungswirtschaft, mit Forschern aus der Bau- und Immobilienökonomie. Und man kann sich mit Christian Frölich treffen. Auf einer Baustelle. An einem Montagmorgen, bei zwei Grad über null.

Frölich zwängt sich durch eine Lücke im Bauzaun. Er läuft durch den Matsch, bis er vor dem Rohbau eines Mehrfamilienhauses steht. In einem nackten Raum, der später mal ein Wohnzimmer werden wird, dichten Bauarbeiter den Boden mit Bitumen ab. Ein Schweißbrenner faucht, es riecht nach Teer. Hier, in einer ruhigen Gegend am Rande von Göttingen, sollen mehr als 50 Wohnungen entstehen. Die städtische Wohnungsgesellschaft hat den Bau in Auftrag gegeben. Glaubt man Christian Frölich, dann kostet das Ganze deutlich mehr, als eigentlich nötig wäre.