Nato-Mission: Dänemark bittet Nato um dauerhafte Präsenz in Grönland
Im Konflikt um Grönland und die Sicherheit in der Arktis hat Dänemark die Nato um eine dauerhafte Präsenz auf der Insel gebeten. Vorbild dafür könnte die verstärkte Nato-Präsenz in der Ostsee und im Baltikum sein, sagte die dänische Regierungschefin Mette Frederiksen der dänischen Nachrichtenagentur Ritzau zufolge.
Damit präzisierte sie einen Vorschlag, den der dänische Verteidigungsminister Troels Lund Poulsen und die grönländische Außenministerin Vivian Motzfeldt dem Nato-Chef Mark Rutte am Montag gemacht hatten. Bei dem Treffen sei „eine stärkere Nato-Strategie positiv aufgenommen“ worden, sagte Frederiksen demnach.
Die Nato-Mission Baltic Sentry konzentriert sich auf die Sicherung der Ostsee. Das Verteidigungsbündnis hatte damit im vergangenen Jahr auf wiederholte Angriffe auf die kritische Infrastruktur unter Wasser reagiert. Das Konzept lasse sich auf die Arktis übertragen, sagte Frederiksen.
Dänemark verstärkt militärische Präsenz auf Grönland
US-Präsident Donald Trump hatte in den vergangenen Wochen wiederholt mit der Annexion der Arktisinsel gedroht. Dänemark könne nicht ausreichend für Sicherheit in und um Grönland sorgen, begründete er seine Pläne. Auch militärisches Eingreifen schloss er bis zuletzt nicht aus.
Angesichts der angespannten Situation verstärkt Dänemark derzeit seine militärische Präsenz in Grönland. In der vergangenen Woche waren außerdem Soldaten aus mehreren europäischen Nato-Ländern – darunter auch 15 Bundeswehr-Soldaten – zu einer mehrtägigen Erkundungstour auf der Insel. Deutschland hat Grönland und Dänemark gemeinsam mit anderen Bündnispartnern seine volle Solidarität ausgesprochen.
Die selbstverwaltete Insel gehört offiziell zum Königreich Dänemark. Die Regierungen von Grönland, Dänemark und auch eine Mehrheit der grönländischen Bevölkerung lehnen die US-Übernahmepläne ab.