Nato: Donald Trump stellt Unterstützung zum Besten von Nato erneut infrage

US-Präsident Donald Trump hat die Unterstützung von Mitgliedern der Nato durch die USA infrage gestellt. „Warum sollten wir für sie da sein, wenn sie nicht für uns da sind?“, sagte Trump bei einem Kongress in Miami. Es sei ein „gewaltiger Fehler“ der Partnerstaaten gewesen, den USA im Krieg mit dem Iran nicht militärisch zur Seite zu stehen. Trump zufolge zahlen die USA Hunderte Milliarden US-Dollar jährlich für die Sicherheit der Verbündeten.

Der US-Präsident kritisierte auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) in seiner Rede. Trump zitierte Merz inkorrekt und behauptete, der Bundeskanzler habe gesagt, der Irankrieg sei „nicht unser Krieg“ – tatsächlich stammt der Satz von Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD). Wenn dem so sei, schob Trump nach, dann sei der russische Angriffskrieg auf die Ukraine auch nicht der Krieg der USA.

Bereits einige Stunden vor den Äußerungen des US-Präsidenten sagte Merz auf einer Veranstaltung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung, dass die Formulierung von Pistorius ihm zu einfach sei. „Natürlich sind die Folgen dieses Krieges auch Folgen, die wir zu tragen haben, sehr unmittelbar“, sagte der Bundeskanzler.

Merz übte auf der Veranstaltung dennoch Kritik am Vorgehen der USA im Irankrieg. „Was Trump da im Augenblick macht, ist nicht Deeskalation und der Versuch, da eine friedliche Lösung hinzubekommen, sondern eine massive Eskalation mit offenem Ausgang“, sagte er. Bei einem Besuch in Norwegen hatte Merz sich unlängst so geäußert: „Deutschland ist nicht Teil dieses Krieges, und wir wollen es auch nicht werden.“

Trump hat die Nato mehrfach kritisiert

Der Krieg im Iran hatte zuvor bereits für Spannungen im transatlantischen Verhältnis gesorgt. Nachdem die Nato sich geweigert hatte, die US-Regierung militärisch bei der Sicherung der Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu unterstützen, zeigte Trump sich „sehr enttäuscht“ von den europäischen Bündnispartnern. Später beschimpfte der US-Präsident die Mitglieder wegen ihrer Haltung im Irankrieg als „Feiglinge“. Zudem kritisierten die USA, Militärstützpunkte von Verbündeten nicht oder zu spät nutzen zu dürfen.

Seit dem Beginn der zweiten Amtszeit des US-Präsidenten im vergangenen Jahr haben sich die Beziehungen zwischen den USA und den europäischen Nato-Partnern verschlechtert. Gründe dafür sind unter anderem die Zollpolitik der USA, die Haltung des US-Präsidenten im Krieg gegen die Ukraine sowie Trumps wiederholte Annexionsdrohungen gegen Grönland.

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