Nato: Bundeswehr verstärkt Nato-Präsenz im Nordatlantik
Deutschland hat im Nato-Rahmen seine militärische Präsenz im
Nordatlantik angepasst. Weil Großbritannien den
Zerstörer HMS Dragon ins östliche Mittelmeer verlege, werde die deutsche Fregatte Sachsen
als Führungsschiff der ständigen Nato-Einsatzgruppe eingesetzt, sagte Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Rande eines Besuchs in Singapur. Er habe
dies mit seinem britischen Amtskollegen John Healey besprochen.
Zusätzlich verlegt die Marine nach eigenen Angaben auch die Fregatte Brandenburg
in den Nordatlantik. Dies gilt als Reaktion auf militärische
Aktivitäten Russlands im Nordatlantik, ohne dass dazu weitere offizielle
Angaben gemacht wurden.
Großbritannien hatte zuvor die HMS Dragon
wegen der Sicherheitslage inmitten des Irankriegs ins östliche
Mittelmeer verlegt. Nach einem Drohnenangriff auf den britischen
Militärstützpunkt auf Zypern verstärkten die Nato-Staaten Großbritannien
und Frankreich ihre Präsenz in der Region.
Bundeswehr zieht Eurofighter aus Polen ab
Parallel zur Verlegung der Sachsen und der Brandenburg beendete die Bundeswehr einen Beitrag zur Sicherung der Nato-Ostflanke in
der Luft. Wie das Oberkommando der polnischen Streitkräfte auf X
mitteilte, wurde die Stationierung mehrerer Eurofighter auf dem
polnischen Militärflugplatz Malbork abgeschlossen. Das Oberkommando
würdigte dazu den Einsatz als wichtiges Zeichen der Zusammenarbeit in
der kollektiven Verteidigung.
Deutschland hatte die Jets sowie rund 150 Soldatinnen und Soldaten –
darunter neben den Piloten auch Techniker, Logistiker, Objektschützer
und Feldjäger – im Dezember nach Polen entsandt. Anlass waren unter
anderem Verletzungen des Nato-Luftraums durch russische Kampfflugzeuge sowie die
Sichtung von russischen Langstreckendrohnen im polnischen Luftraum. Die Mission war Teil des sogenannten Air Policing der Nato im baltischen
Luftraum, an dem sich Deutschland bereits seit Jahren beteiligt.