Nachfrage weiter hoch: Manche Imbisse in Berlin senken Preise zu Gunsten von Dönerkebab

Nachdem der Döner in den vergangenen Jahren auch in Berlin immer teurer geworden ist, haben einzelne Imbisse die Preise zuletzt etwas gesenkt. „In Berlin sind derzeit punktuelle Preisrückgänge zu beobachten“, sagt Erdogan Koc vom Verband der Dönerproduzenten Deutschland. Zwischen 50 Cent und einem Euro pro Döner bewegten sich die Reduzierungen.

Auffällig sei das vor allem beim Hähnchendöner, der in Berlin traditionell stark vertreten ist. „Hier haben wir in den vergangenen Monaten deutliche Preisrückgänge im Einkauf von Geflügelfleisch gesehen, was den Betrieben temporär Spielraum verschafft hat“, sagt Koc.

Überangebot an Döner-Imbissen in Berlin

Von einer flächendeckenden Entwicklung könne jedoch nicht gesprochen werden. Vielmehr zeige sich in den Berliner Bezirken ein differenziertes Bild. Insbesondere bei Neueröffnungen werde verstärkt über den Preis gearbeitet. Etablierte Standorte hielten den Dönerpreis hingegen eher stabil. 

Vor allem in Berlin gebe es ein großes Überangebot an Döner-Imbissen, betonte Koc. Nach wie vor würden zahlreiche neue Standorte eröffnet. „Einige Anbieter versuchen, sich über den Preis zu positionieren oder Nachfrageschwächen zu kompensieren.“

Eine dauerhafte Kostensenkung hält er hingegen für unwahrscheinlich. Die Kostenbasis, vor allem bei Rind- und Kalbfleisch, Personal sowie Mieten, bleibe hoch. Im Januar sind die Preise für Rindfleisch dem Statistischen Bundesamt zufolge im Vergleich zum Vorjahresmonat um fast ein Viertel gestiegen.

Döner kosteten 2025 im Durchschnitt 7,11 Euro

Die Zeiten, in denen ein Döner für 3 Euro schon als teuer galt, sind lange vorbei. In den vergangenen Jahren gingen die Kebab-Preise bundesweit steil nach oben. 7, 8 oder noch mehr Euro für ein gefülltes Fladenbrot sind inzwischen Normalität. Der Nachfrage hat das aber nicht geschadet.

Für einen Döner mit Fleisch waren im vergangenen Jahr im bundesweiten Schnitt 7,11 Euro fällig – 47 Prozent mehr als vier Jahre zuvor, als es noch 4,85 Euro waren, hat das Marktforschungsinstitut YouGov ermittelt. Trotzdem nahm die Zahl der Bestellungen zwischen 2021 und 2025 um 15 Prozent zu.

Laut einer im Mai 2025 durchgeführten Umfrage des Instituts isst gut jeder Dritte in Deutschland mindestens einmal im Monat Döner (35 Prozent), knapp die Hälfte seltener (48 Prozent). Bei der Befragung waren sowohl Varianten mit als auch solche ohne Fleisch inbegriffen.

Der Döner zählt neben der Currywurst zu den beliebtesten Schnellgerichten hierzulande. Doch die Kostensteigerungen bei Lebensmitteln und Energie gingen in den vergangenen Jahren auch an der Branche nicht vorbei. Die Preise sind wie für viele andere Produkte auch in den vergangenen Jahren stark gestiegen.