Nachfolger Chameneis ernannt – Expertenrat nennt Namen nicht
Im Iran soll bereits ein Nachfolger für den getöteten Ajatollah Ali Chamenei bestimmt worden sein. Israel verschärfte unterdessen seine Drohungen gegen die iranische Führung und warnte, auch ein möglicher Nachfolger Chameneis sei nicht vor Angriffen sicher. Mehr im Liveticker.
Israel und die USA greifen seit einer Woche den Iran an. Am vergangenen Samstag wurde das geistliche Oberhaupt Ajatollah Ali Chamenei getötet. Der Iran beschießt Israel und die Golf-Staaten mit Drohnen und Raketen. Zwischen Israel und der im Libanon operierenden Terrormiliz Hisbollah ist eine zweite Front entstanden. Zum Teil lassen sich Angaben nicht unabhängig überprüfen.
Alle Ereignisse rund um den Angriff auf den Iran im Liveticker:
10:51 Uhr – Nachfolger Chameneis ernannt – Expertenrat nennt Namen nicht
Rund eine Woche nach der Tötung von Ayatollah Ali Chamenei hat das zuständige Gremium im Iran nach Angaben mehrerer Mitglieder dessen Nachfolger bestimmt. Der Name des neuen geistlichen Oberhaupts der Islamischen Republik wurde zunächst jedoch nicht genannt. Wie die Nachrichtenagentur Isna berichtete, einigte sich einem Mitglied des Expertenrats zufolge „eine Mehrheit“ auf den am „besten geeigneten Kandidaten“.
10:47 Uhr – Vier Tote nach US-israelischen Angriffen auf Ölanlagen im Iran
Bei den in der Nacht geflogenen US-israelischen Angriffen auf Ölanlagen im Iran sind nach offiziellen Angaben mindestens vier Menschen getötet worden. Darunter seien zwei Fahrer, sagte der Leiter der nationalen Mineralöl-Vertriebsgesellschaft, Keramat Wejskarami, im Staatsfernsehen. Die getroffenen Einrichtungen seien beschädigt, die Flammen seien jedoch unter Kontrolle gebracht worden.
10:35 Uhr – Israelische Drohungen gegen künftigen Chamenei-Nachfolger
Das israelische Militär hat vor der Wahl eines Nachfolgers des getöteten iranischen Staatsführers Ajatollah Ali Chamenei erneut gedroht, dass auch dieser nicht sicher sei. „Die Hand des Staates Israel wird weiterhin jeden Nachfolger verfolgen, und jeden, der einen Nachfolger zu ernennen versucht“, hieß es in einem Post auf Farsi auf der Plattform X. Die Warnung gelte für alle, die planten, an dem Treffen zur Wahl eines Nachfolgers Chameneis teilzunehmen.
09:34 Uhr – Trump: Für Bodentruppen im Iran bräuchte es „einen sehr guten Grund“
US-Präsident Trump schließt nach eigener Aussage nicht aus, Bodentruppen in den Iran zu entsenden, um das angereicherte Uran der Islamischen Republik sicherzustellen. „Vielleicht werden wir das irgendwann machen“, sagte er Journalisten am Samstag an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One. „Das wäre eine tolle Sache.“ Trump äußerte sich mit Blick auf das iranische Atomprogramm, dessen Bekämpfung die USA zu einem ihrer Kriegsziele erklärt haben.
Bodentruppen könnten „möglicherweise“ eingesetzt werden, sagte Trump, fügte aber an, hierfür müsse es einen „sehr guten Grund“ geben. Zu den iranischen Streitkräften sagte er, bei einem Einsatz würden diese „so geschwächt, dass sie auf Bodenebene nicht mehr kämpfen könnten“.
08:55 Uhr – Trump droht dem Iran: Führung und Militär werden zerstört
US-Präsident Donald Trump hat Verhandlungen mit dem Iran eine Absage erteilt und mit der Zerschlagung der gesamten Staatsführung und des Militärs gedroht. Angesichts der Luftangriffe auf die Islamische Republik könnte die Frage nach Diplomatie irrelavant werden, sagte Trump am Samstag (US-Ortszeit) vor Journalisten an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One. „Irgendwann wird wohl niemand mehr übrig sein, der sagen könnte: ‚Wir ergeben uns’“.
08:31 Uhr – Iranische Drohne beschädigt Entsalzungsanlage in Bahrain
Bahrain meldet einen iranischen Drohnenangriff, der „Sachschaden“ an einer Entsalzungsanlage verursacht hat – das erste Mal, dass ein Golfstaat während des neuntägigen Krieges einen Angriff Irans auf eine Entsalzungsanlage bestätigt hat.
Hunderte Entsalzungsanlagen befinden sich entlang der Küste des Persischen Golfs, die Region ist in hohem Maße von ihnen abhängig.
08:00 – Israel: Wir haben eine neue Angriffswelle auf den Iran gestartet
Israel hat am Sonntag nach Armeeangaben neue Angriffe auf den Iran gestartet. Ins Visier genommen werde die „militärische Infrastruktur des Terrorregimes“ in mehreren Teilen des Landes, erklärten die Streitkräfte.
Bei den in der Nacht zum Sonntag geflogenen Angriffen trafen Israel und die USA nach iranischen Angaben vier Öllager und eine „Einrichtung zum Transport von Erdölerzeugnissen“. Dies sagte der Leiter der nationalen Mineralöl-Vertriebsgesellschaft, Keramat Vejskarami, im Staatsfernsehen. Die getroffenen Einrichtungen seien beschädigt, der Brand sei jedoch unter Kontrolle gebracht worden.
07:44 Uhr – Expertenrat weitgehend über Chamenei-Nachfolge einig
Einem Agenturberichthat sich der Expertenrat weitgehend über die Nachfolge des getöteten geistlichen Führers Irans Ali Chamenei geeinigt. Es müssten aber noch einige Hürden bei dem Nachfolgeprozess ausgeräumt werden, sagt das Expertenratsmitglied Ajatollah Mohammadmehdi Mirbaqeri der Nachrichtenagentur Mehr zufolge. Iranischen Medien zufolge ist strittig, ob für die endgültige Entscheidung eine persönliche Zusammenkunft des Gremiums zwingend erforderlich ist.
05:31 Uhr – USA erwägen Einsatz von Spezialkräften gegen Irans Atomprogramm
Einem Bericht des Nachrichtenportals Axios zufolge erwägen die USA, Spezialkräfte zur Beschlagnahmung von iranischem Nuklearmaterial zu entsenden.
05:29 Uhr – Chinas Außenminister kritisiert Krieg
Chinas Außenminister Wang Yi hat den US-israelischen Angriff auf den Iran kritisiert. Macht gebe einem kein Recht, und die Welt dürfe nicht zum „Gesetz des Dschungels“ zurückkehren, sagte Chinas Chefdiplomat in Peking. China fordere eine Feuerpause und ein Ende des Krieges. „Dies ist ein Krieg, der nie hätte passieren dürfen, und der für keine der beteiligten Seiten Vorteile hat“, sagte Wang.
04:44 Uhr – Iran könne „intensiven Krieg“ sechs Monate lang fortsetzen
Der Iran kann nach Angaben der Revolutionsgarden noch mindestens sechs Monate lang einen „intensiven“ Krieg gegen die USA und Israel führen. „Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran sind in der Lage, einen intensiven Krieg mit dem derzeitigen Tempo mindestens sechs Monate lang fortzusetzen“, erklärte Revolutionsgarden-Sprecher Ali Mohammad Naini laut Berichten der Nachrichtenagentur Fars.
03:21 Uhr – Israel greift Al-Kuds-Kommandeure an
Israels Armee hat nach eigenen Angaben in der libanesischen Hauptstadt Beirut einen „präzisen Angriff“ auf Kommandeure der Al-Kuds-Brigaden der iranischen Revolutionsgarden durchgeführt. Die Kommandeure des sogenannten Libanon-Korps hätten Terroranschläge auf Israel vorbereitet, teilte die Armee mit.
02:54 Uhr – Zwei Rückholflüge in Hannover gelandet
Zwei Tui-Flüge aus den Vereinigten Arabischen Emiraten mit gestrandeten Touristen an Bord sind in Hannover gelandet. Nach Unternehmensangaben handelte es sich um die ersten Rückholflüge, die der Reisekonzern mit eigenen Flugzeugen organisiert hat.
02:06 Uhr – Vier Tote bei Angriff auf Hotel in Beirut
Bei einem israelischen Angriff auf ein Apartment im Ramada-Hotel im Zentrum von Beirut sind nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums mindestens vier Menschen getötet und zehn weitere verletzt worden. Es handelt sich demnach um den ersten derartigen Angriff im Zentrum der Hauptstadt, seit die Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah in der vergangenen Woche wiederaufgeflammt sind. Eine Stellungnahme aus Israel lag zunächst nicht vor.
01:57 Uhr – Explosion nahe US-Botschaft in Oslo
In Norwegens Hauptstadt Oslo kam es zu einer Explosion in der Nähe der US-Botschaft. Sie ereignete sich gegen 01.00 Uhr morgens, wie die Polizei mitteilte. Es habe keine Todesopfer oder Verletzten gegeben. Die Polizei teilte mit, dass sie mit der Botschaft in Kontakt stehe und dass zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort seien. Zur Ursache der Explosion lagen zunächst keine Informationen vor.
Nach den Angriffen Israels und der USA auf den Iran sind die US-Vertretungen in der Region in Alarmbereitschaft. Mehrere Botschaften waren bei den iranischen Gegenschlägen angegriffen worden. Die norwegische Polizei machte zunächst keine Angaben dazu, ob die Explosion in Oslo möglicherweise in Verbindung mit dem Krieg steht.
01:30 Uhr – Erneut Angriffe in Saudi-Arabien und Kuwait
Saudi-Arabien und Kuwait sind erneut Ziel von Angriffen geworden. Das saudische Verteidigungsministerium teilte auf der Plattform X mit, dass im Osten der Hauptstadt Riad sechs Drohnen abgefangen und zerstört worden seien.
In Kuwait wurden Treibstofftanks des internationalen Flughafens des Landes Ziel von Drohnenangriffen, wie das Verteidigungsministerium auf X bekanntgab. Die Streitkräfte seien zur Abwehr der „Welle feindlicher Drohnen“ im Einsatz gewesen. Nähere Angaben machten die beiden Golfstaaten nicht.
01:11 Uhr – Trump sieht Schuld für Bombardierung von Mädchenschule beim Iran
Donald Trump beschuldigt Teheran, für die Bombardierung einer Mädchenschule im Iran verantwortlich zu sein. Auf die Frage, ob die USA für den verheerenden Angriff verantwortlich seien, sagte Trump: „Nein, meiner Meinung nach, basierend auf dem, was ich gesehen habe, wurde das vom Iran getan“.
00:39 Uhr – Iranischer Top-Vertreter: Keine Spaltung in Teheraner Führungsriege
Der Generalsekretär des nationalen Sicherheitsrats des Irans, Ali Laridschani, bestreitet Zwietracht innerhalb der Führung mit Blick auf die Kriegsführung. „Unsere Anführer sind sich in dieser Frage einig und haben keine Meinungsverschiedenheiten untereinander“, betonte er in einer von den Staatsmedien verbreiteten Ansprache. „Es gibt keine Spaltungen unter uns im Kampf gegen Israel und die Vereinigten Staaten.“
Samstag, 7. März
23:45 Uhr – Trump will Kurden nicht einbinden
Donald Trump schließt die Einbindung von Kurden in den Iran-Krieg aus. Kurdische Kämpfer in der Region seien bereit dazu, aber er habe ihnen gesagt, dass er das nicht wolle, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten. Die USA hätten eine gute Beziehung zu den Kurden, „aber wir wollen den Krieg nicht komplizierter machen, als er ohnehin schon ist“, so der US-Präsident.
23:41 Uhr – USA dementieren: Keine US-Soldaten in Gewalt des Iran
Das US-Zentralkommando weist iranische Angaben zurück, US-Soldaten könnten von Iran als Geiseln genommen oder Gefangen worden seien. „Das iranische Regime tut alles, um Lügen zu verbreiten und zu täuschen. Dies ist ein weiteres klares Beispiel dafür“, sagt der Sprecher des Zentralkommandos, Tim Hawkins. Der iranische Sicherheitschef Ali Laridschani hatte zuvor auf X geschrieben: „Mir wurde berichtet, dass mehrere amerikanische Soldaten gefangengenommen wurden.“
23:10 Uhr – Trump nimmt Leichen von getöteten US-Soldaten in Empfang
Unter den Augen von Donald Trump wurden die Leichen der sechs getöteten US-Soldaten in die Vereinigten Staaten überführt. Der US-Präsident salutierte, als die mit US-Flaggen bedeckten Särge aus einem Militärflugzeug ausgeladen und an ihm vorbeigetragen wurden.
Die getöteten Soldaten, fünf Männer und eine Frau im Alter von 20 bis 54 Jahren, waren Reservisten, die einer Einheit aus dem US-Bundesstaat Iowa angehörten. Sie wurden am Sonntag bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet.
22:38 Uhr – Bundesregierung zieht Personal der Botschaft in Teheran ab
Als Folge der schweren Angriffen der USA und Israels auf den Iran bringt die Bundesregierung das Personal der deutschen Botschaft in Teheran vorübergehend in Sicherheit. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, das Personal sei aufgrund der Bedrohungslage temporär aus dem Land verlegt worden. Die Erreichbarkeit der Botschaft sei aber weiterhin gewährleistet. „Die temporäre Verlegung folgt einer Reduzierung, die bereits Mitte Januar vorsorglich erfolgte“, hieß es weiter.
Österreichg verlegte zuvor seine seine Botschaft in Teheran vorübergehend in die aserbaidschanische Hauptstadt Baku. „Der Konsularbetrieb ist bis auf weiteres eingestellt“, hieß es aus dem Außenministerium in Wien.
22:01 Uhr – Irak meldet Raketenangriff auf US-Botschaftsgelände in Bagdad
Sicherheitskräfte im Irak haben einen Angriff auf das Gelände der US-Botschaft in Bagdad gemeldet. Eine Rakete sei am Samstagabend (Ortszeit) auf dem Hubschrauberlandeplatz des Komplexes eingeschlagen, teilten drei Beamte mit. Berichte über mögliche Opfer lagen zunächst nicht vor. Die US-Botschaft wollte sich nicht äußern.
21:46 Uhr – „Iran wird in die Hölle geprügelt“, schreibt Trump
Trump dem Iran mit der „vollständigen Zerstörung“ und dem „sicheren Tod“ für bislang angeblich verschonte Ziele und Menschengruppen gedroht. Der Iran werde „in die Hölle geprügelt“, schrieb Trump auf Truth Social.
21:33 Uhr – Iranische Staatsmedien melden US-israelischen Angriff auf Öllager in Teheran
Im Konflikt mit dem Erzfeind Iran hat Israel rund eine Woche nach Kriegsbeginn erstmals ein Öllager in Teheran bombardiert. In sozialen Medien kursierten Aufnahmen aus der Hauptstadt, die einen massiven Feuerball und aufsteigende, dunkle Rauchschwaden zeigten. Israels Armee erklärte, Irans Streitkräfte nutzten die Tanks für ihre militärische Infrastruktur. Nach Angaben des iranischen Staatssenders IRIB bestätigten die Revolutionsgarden die Bombardierung einer Ölraffinerie im Süden Teherans.
21:00 Uhr – Israel hat „viele Überraschungen“ für nächste Kriegsphase
Israel hat nach den Worten von Ministerpräsident Netanjahu für die nächste Phase im Krieg gegen den Iran „einen organisierten Plan mit vielen Überraschungen“ parat. Ziel sei, die Führung in Teheran zu destabilisieren und einen Wandel in der Islamischen Republik zu ermöglichen, sagte Netanjahu am Samstagabend. Zuvor bestätigte Israels Militär, dass man nun in die zweite Kriegsphase eintrete.
19:39 Uhr – Raketentrümmer treffen Wolkenkratzer und Auto in Dubai
Irans Angriffe in den Golfstaaten halten an. In der emiratischen Metropole Dubai habe es einen weiteren „Zwischenfall“ gegeben, teilte das Medienbüro der Stadt mit. Nach einem abgewehrten Angriff seien Trümmerteile in die Fassade eines Gebäudes an der Marina gestürzt.
Zudem seien weitere Trümmer auf ein Fahrzeug gefallen, dabei sei der Fahrer ums Leben gekommen, teilten die Behörden mit. Das Opfer kommt demnach aus „einem asiatischen Land“.
Im Internet kursierten Videos, die zeigen, wie Rauch aufsteigt an einem Wolkenkratzer. Es soll sich um einen bekannten, fast 400 Meter hohen und bewohnten Wolkenkratzer handeln, der zu den höchsten Gebäuden der Stadt zählt. Die Behörden teilten nicht mit, welches Gebäude betroffen war.
dpa/AFP/AP/Reuters/ll/sebe/jmr/krott/rct
Source: welt.de