Nach nur drei Wochen: Chefredakteur dieser „Ostdeutschen Allgemeinen“ kündigt

Wenige Wochen nach der Erstveröffentlichung der „Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung“ (OAZ) verlässt Dorian Baganz die Chefredaktion. Er scheide umgehend aus dem Amt aus, hieß es in einer Mitteilung des Ostdeutschen Verlags – offiziell auf eigenen Wunsch.
Baganz selbst sprach in einer Mitteilung davon, dass er am 11. März von der Möglichkeit Gebrauch gemacht habe, das Arbeitsverhältnis während der Probezeit mit kurzer Frist zu beenden. „Bei dieser Entscheidung spielten unterschiedliche Vorstellungen über die inhaltliche Ausrichtung ebenso eine Rolle wie Fragen der persönlichen Zusammenarbeit.“
Erst Anfang Februar hatte Verleger Holger Friedrich Baganz als Chefredakteur der „OAZ“ vorgestellt. Baganz war maßgeblich an der Aufbauphase des Mediums beteiligt. Laut Friedrich habe er „maßgeblich dazu beigetragen“, die „Ostdeutsche Allgemeine Zeitung“ auf den Weg zu bringen.
Fehlende ostdeutsche Biografie
Mit Blick auf die Nachfolge in der Chefredaktion sagt Dirk Jehmlich, Geschäftsführer des Ostdeutschen Verlags: „Wir prüfen derzeit verschiedene Optionen“. In Gesprächen und Zuschriften der Leser sei „deutlich geworden, dass sich eine große Mehrheit eine Chefredakteurin oder einen Chefredakteur mit ostdeutscher Biografie wünscht. Dieses Feedback nehme man nun ernst. Philippe Debionne habe einstweilen den Vorsitz der Chefredaktion übernommen.
Dorian Baganz (Jahrgang 1993) stammt aus Duisburg und studierte Politikwissenschaft sowie Geschichte in London, Berlin und Oslo. Er arbeitete als Lokalreporter für die „Süddeutsche Zeitung“ und schrieb für die „taz“. Ab 2022 war er Redakteur beim Wochenblatt „Der Freitag“. Seine westdeutsche Biografie hatte bereits bei der Ankündigung seiner Berufung zum „OAZ“-Chefredakteur für öffentliche Kritiker gesorgt.
Friedrich hatte Mitte Februar die „OAZ“ auf den Markt gebracht. Die Zeitung erscheint freitags in Print und an den übrigen Tagen lediglich digital. Herausgegeben wird sie vom ebenfalls neu gegründeten Ostdeutschen Verlag.
Source: faz.net