Mutmaßliches Høiby-Opfer spricht von „Verrat und Schock“ – Mette-Marit verschiebt Reise

Videos sollen zeigen, wie Marius Borg Høiby eine schlafende Frau sexuell missbraucht. Das mutmaßliche Opfer sagt laut norwegischen Medien vor Gericht, sie habe erst nicht geglaubt, was sie da sehe. Und sie stellt eine unangenehme Frage zu ihrem „Blackout“ am Rande einer Party.

Im Vergewaltigungs-Prozess gegen Marius Borg Høiby hat der zweite Verhandlungstag laut der Nachrichtenagentur NTB mit Aussagen eines mutmaßlichen Opfers begonnen.

Der Sohn der norwegischen Kronprinzessin soll die Frau während einer Party in der Residenz von Norwegens Kronprinzenpaar – Schloss Skaugum – sexuell berührt haben und mit dem Finger in sie eingedrungen sein, während sie schlief. Der 29-Jährige ist deshalb nach norwegischem Recht wegen Vergewaltigung angeklagt – in diesem und drei weiteren Fällen.

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Außerdem soll er die Frau dabei gefilmt haben. Sie hatte laut NTB bereits am Dienstag ausgesagt, Høiby und sie hätten zunächst auf einer Toilette sehr kurz Sex gehabt. Danach könne sie sich an nichts mehr erinnern. Am Nachmittag sollte der Angeklagte eigentlich auch selbst zu den Vorwürfen Stellung nehmen. Doch dies wurde überraschend wieder in Frage gestellt. „Wir werden sehen“, sagte Anwalt Petar Sekulic zu Journalisten in Oslo zu der Frage, ob Høiby wie geplant aussagen werde.

„Vielleicht habe ich etwas eingeflößt bekommen“, fragte sich das Opfer

Die norwegische Zeitung „Verdens Gang“ veröffentlichte derweil Details aus der Befragung der jungen Frau. Als „Verrat und Schock“ habe es das mutmaßliche Opfer von Høiby laut der Zeitung empfunden, dass der Angeklagte sie missbraucht und dabei gefilmt haben soll. „Ich habe es erst gar nicht geglaubt“, sagte sie am Mittwoch aus. „Ich konnte nicht verstehen, dass Marius mir so etwas antun konnte.“

Gleichzeitig stellte die Frau auch Fragen zu der besagten Party in der Residenz. Sie habe, so die Betroffene, einen solchen „Blackout“ noch nie erlebt. „Vielleicht habe ich etwas eingeflößt bekommen, das ich nicht selbst zu mir genommen habe“, zitierte die Zeitung die Frau.

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Unter dem Eindruck mehrerer Eklats hat die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit derweil eine geplante private Reise ins Ausland verschoben. Das bestätigte eine Sprecherin des Königshauses der Deutschen Presse-Agentur – begründete die Entscheidung auf Anfrage aber nicht.

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Die Familie von Norwegens Kronprinz Haakon, 52, belasten aktuell mehrere Skandale: Neben dem Vergewaltigungs-Prozess gegen Mette-Marits ältesten Sohn taucht der Name der Kronprinzessin auch Hunderte Male in den Akten zu Jeffrey Epstein auf. Sie soll über Jahre privaten Mail-Kontakt mit dem Sexualstraftäter gehabt haben.

Den Medienberichten zufolge hatte Mette-Marit vorgehabt, zum Auftakt des Prozesses zu verreisen. Auch Haakon will nicht zur Verhandlung gegen seinen Ziehsohn kommen.

dpa/krott

Source: welt.de