Mutmaßliche Vergewaltigung in Jugendclub – Christlich Demokratische Union fordert Abwahl von Linken-Stadträtin
Nach Vergewaltigungsvorwürfen in einem Jugendzentrum in Berlin-Neukölln fordert die CDU-Fraktion Berlin-Neukölln die Abwahl der Jugendstadträtin Sarah Nagel (Linke). Unter anderem gibt es auch den Vorwurf, dass das Jugendamt den Vorfall vertuschen wollte.
„Wir werden am Mittwoch in der Bezirksverordnetenversammlung einen Dringlichkeitsantrag auf Abwahl von Jugendstadträtin Sarah Nagel stellen“, erklärte Neuköllns CDU-Fraktionschef Markus Oegel gegenüber dem Online-Portal „Focus“. Bei der jüngsten Sitzung des Jugendhilfeausschusses sowie einer Akteneinsicht durch Verordnete der CDU-Fraktion seien „gravierende Versäumnisse der Jugendstadträtin Nagel ans Licht gekommen“, heißt es weiter.
Der Jugendclub ist seit vergangenem Freitag nach Angaben des Bezirks geschlossen. Jugendstadträtin Nagel zufolge werden Schutzkonzepte der Einrichtungen ebenso überprüft wie interne Strukturen und Abläufe. Es werde ein Konzept für Schulungen zur Sensibilisierung der Mitarbeiter erstellt, erklärte die Linke-Politikerin Anfang der Woche.
In dem Jugendzentrum soll eine 16-Jährige von Jugendlichen Ende 2025 vergewaltigt und später bedrängt worden sein – die Polizei erfuhr davon erst am 23. Februar durch die Anzeige des Vaters. Weder die Einrichtung noch später das zuständige Jugendamt des Bezirks Neukölln erstatten zunächst Anzeige. Inzwischen ermitteln Landeskriminalamt und Staatsanwaltschaft Berlin zu dem Vorfall.
Nach Angaben des Bezirks wurde das Jugendamt am 28. Januar 2026 über die Vorfälle informiert. Die zuständige Bezirksstadträtin habe erst am 2. März davon erfahren, hieß es. Der Jugendclub selbst äußerte sich bislang nicht, sondern verwies an den Bezirk.
Auf Anzeige bewusst verzichtet?
Nach Angaben von Stadträtin Nagel hat das Jugendamt zunächst entschieden, nur dann eine Strafanzeige zu stellen, wenn dafür auch das Einverständnis des Opfers vorliege, so Nagel. Jugendstaatssekretär Falko Liecke (CDU) hatte in der „Bild“-Zeitung den Verdacht geäußert, der Vorfall sei von Betreuern offensichtlich nicht gemeldet worden, um die muslimischen Täter nicht zu stigmatisieren.
Das wies Stadträtin Nagel zurück: „Der Hintergrund der Täter spielte zu keinem Zeitpunkt eine Rolle für den Umgang mit den Vorfällen, wie dies in diversen Medienberichten behauptet wird.“ Laut ihrer Schilderung wurde die Betroffene „im gegenseitigen Einverständnis durch einen qualifizierten Träger der Mädchenarbeit betreut, der das Vertrauen des Opfers hat“.
Source: welt.de