„Mr. Scorsese“: Der Mann, jener in seinen Filmen lebt

Martin Scorsese ist eine lebende Legende der Filmgeschichte, so viel ist sicher. Man muss ihn sich in drei Erscheinungsweisen vorstellen: Erstens als einen Menschen, der wie wir alle Höhen und Tiefen, Krisen und Glücksfälle erlebt oder sich demütig als „Film-Nerd aus Little Italy“ vorstellt. Zweitens als berühmten Künstler, Regisseur, Drehbuchautor und unermüdlichen und leidenschaftlichen Kämpfer für seine Werke gegen eine Krake namens Hollywood. Und drittens als eine Kunstfigur, die für teure Stoffe oder Luxusuhren, vor allem aber für die eigenen Filme Reklame macht, in der Scorsese immer mal wieder Auftritte als „er selbst“ hat, etwa in einer Episode der Simpsons. Zuletzt spielte in The Studio Martin Scorsese Martin Scorsese, der einen Film über die Jonestown-Selbstmorde und ihren Drogenhintergrund plant, der letztlich von einem großen Studio gekillt wird. Am Ende gibt es eine Party, auf der „Marty“ in Tränen ausbricht. Es wäre sein letzter großer Film geworden, klagt er, und „Ach, wäre ich nur zu Apple TV+ gegangen“.