morgenstern: Warum Melbourne die schönste Stadt jener Welt ist








Melbourne wurde vom „Time-Out“-Magazin erneut zur besten Stadt gewählt. Was an der australischen Metropole so besonders ist.



Guten Morgen, liebe Leserinnen und Leser,

was ist so toll an Melbourne? Das fragen mich meine Kollegen aus Hamburg. Gerade hat das Londoner „Time-Out“-Reisemagazin Melbourne „zur besten Stadt der Welt“ gekürt. Da ist erst einmal das Offensichtliche: Die Stadt schmiegt sich um die Port-Phillip-Bucht am Südlichen Ozean, was ihr kilometerlange Strände beschert, berühmt sind die bunten Badehäuser an der Brighton Beach. Das Klima ist warm, abgesehen vom Hochsommer nicht zu heiß, allerdings schlägt das Wetter hier schnell mal um. 

Ich bin gerade auf Dienstreise in Melbourne, habe davor auch Sydney besucht. Auf den ersten Blick ist Sydney spektakulärer, nicht nur wegen der Oper, auch wie der Ozean mit unzähligen kleinen Buchten in die Stadt hineingreift. Es ist ein wenig wie der Vergleich zwischen München und Berlin. Sydney ist schicker, glamouröser. Melbourne cooler, vielfältiger, einfach entspannter. Oder wie der Lonely Planet schreibt: „Melbournes Schönheit ist tiefer und komplexer – dies ist Australiens kultivierteste Metropole.“

Hier finden sich hochklassige Restaurants, vielfältige Galerien und haufenweise architektonische Perlen. Auf ihren Kaffee sind die Melbourner zu Recht stolz, die asiatische Küche ist beeindruckend vielfältig, verglichen mit Deutschland sowieso. Ich freue mich schon auf das Food and Wine Festival und auf die Comedytage, die Ende des Monats anstehen.


Mehrfach zur lebenswertesten Stadt der Welt gekürt

Das Wirtschaftsmagazin „The Economist“ lobt in seiner etwas seriöseren Beurteilung schon seit Jahren Melbourne als eine der, wenn nicht als die lebenswerteste Stadt der Welt. Das hat einmal mit Australien zu tun. Irgendwie ist das hier, verglichen mit den USA, die bessere Neue Welt. Auch Melbourne ist geprägt von Einwanderern, ein höflicher, trotzdem freundlich interessierter Umgang ist selbstverständlich. Die Frage „Wo kommst du her?“ ist hier ehrlich gemeint. Man kommt schnell ins Gespräch. 

Australien hat ein tolles Gesundheitssystem, gute Schulen und Universitäten – und immer noch viel Platz zum Siedeln. Und das ist vielleicht das, was Melbourne vor allem ausmacht: Ich habe noch nie in meinem Leben so viele Suburbs gesehen. Vom Zentrum aus kann man etwa eine Stunde lang in jede beliebige Richtung mit dem Auto fahren, und man sieht links und rechts, abgesehen von ein paar Gewerben, dicht an dicht nur Einfamilienhäuser mit kleinem Garten. Von ganz einfach bis supermondän, etwa an den Stränden. Das ist für europäische Besucher etwas verstörend, aber ich denke, das ist das eigentliche Geheimnis der Stadt: „My home is my castle.“ Das kleine Glück. Das führt dazu, dass die Stadt an den Rändern schneller wächst als die Infrastruktur, vor allem an Nahverkehr und Schulen mangelt es da.




Nicht das Australien aus dem TV

Um richtig unberührte Natur zu finden, muss man schon zwei bis drei Stunden fahren. Für australische Verhältnisse ist die Region um Melbourne total zersiedelt. Ich werde immer gefragt, ob ich denn schon Kängurus gesehen habe. Ja, an der Great Ocean Road, vielleicht 100 Kilometer westlich von Melbourne, am Straßenrand neben einem Baum, totgefahren. Wie um mich zu trösten, saß ein Koalabär auf dem Baum – und gähnte zufrieden. Den Melbournern ist dieser Preis bewusst. Und sie sind stolz darauf, dass sich am St.-Kilda-Pier, mitten in der Stadt, über 1400 Pinguine angesiedelt haben, die Freiwillige mit viel Liebe beschützen.


Hier das Städte-Ranking von „Time Out“ mit den anderen 49 besten Städten der Welt – Berlin übrigens liegt nur im Mittelfeld:





Was kostet Haltung in der Politik?

Gibt es sowas wie ein Korsett in der Politik? Wie frei können (junge) Politiker überhaupt agieren? Darum ging es unter anderem bei unserer stern Stunde mit Ricarda Lang (Grüne) und Kevin Kühnert (SPD). Beide hatten wichtige Funktionen in der Ampel-Regierung, bevor sie sich zum Rücktritt entschlossen.

Lang würde gerne den „Vorhang wegziehen“, zeigen, wie die Politik gerade funktioniere, um etwas verbessern zu können. Kühnert sieht das ähnlich, es gehe darum zu erklären, dass „die Debattenkultur kaputt“ sei. Es ist nicht so, dass die beiden darauf vollständige Antworten hätten, Ansätze aber schon. Denn es hilft, für diese Analyse die Rolle des Parteisoldaten verlassen zu haben, so wie die beiden.

Hier das Gespräch von stern-Chefredakteur Gregor Peter Schmitz mit Ricarda Lang und Kevin Kühnert in voller Länge:





5-Minuten-Talk: Warum Trump jetzt nicht aufhören darf

Der Irankrieg sorgt für Panik im Westen. Der Ölpreis steigt, das Gas wird teurer – und ein Ende der Blockade der Straße von Hormus ist nicht absehbar.

Hört der Krieg bald auf? Das hoffen sie in Berlin, Paris und anderswo. Und auch der US-Präsident hat mehrfach angedeutet, die Militärschläge bald einstellen zu wollen. Dass es dazu kommt, ist aber nicht sehr wahrscheinlich. Donald Trump ist gezwungen, weiterzumachen. Meine Kollegen Veit Medick und Jan Rosenkranz kennen gleich drei Gründe, warum Trump weitermachen muss:





Und sonst? Weitere Schlagzeilen

Das passiert am Freitag, dem 13. März 2026

  • Kanzler Friedrich Merz beobachtet zusammen mit den Regierungschefs von Norwegen und Kanada, Støre und Carney, die Nato-Übung „Cold Response“ nördlich des Polarkreises mit mehr als 30.000 Soldaten aus 14 Ländern, darunter 1600 der Bundeswehr.
  • Heute geht der Pilotenstreik der Vereinigung Cockpit in den zweiten und vorerst letzten Tag. Wieder werden etwa 300 Flüge vor allem der Lufthansa betroffen sein.
  • Und noch ein Hinweis fürs Wochenende: In der Nacht zum Montag werden in Los Angeles wieder die Oscars vergeben. Wir werden umfangreich berichten.


Unsere stern+-Empfehlung des Tages

Wo lernt man heute noch interessante Partner kennen? Klar auf Dating-Apps. Hier treffen sich Leute, die wirklich interessiert sind. Oder? Tatsächlich machen viele schlechte Erfahrungen beim Online-Daten, erhalten nur wenige oder gar keine Likes. Die Ablehnung und die vielen unernsten Angebote können einem ziemlich zusetzen.

Mein Kollege Emil Wagner hat das immer wieder ausprobiert, hier beschreibt er seine Erfahrungen: 

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Matthias Urbach


Source: stern.de