Mit Schattenflotte transportiert: Selenskyj: EU sollte russisches Öl sichern

Mit Schattenflotte transportiertSelenskyj: EU sollte russisches Öl beschlagnahmen

21.03.2026, 22:28 Uhr

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Frankreich könnte fässerweise russisches Erdöl einziehen. (Foto: IMAGO/ITAR-TASS)

Im Mittelmeer schippert ein Frachter voller Erdöl unter der Flagge Mosambiks. Französischen Ermittlern kommt das merkwürdig vor. Sie kontrollieren das Schiff und stellen fest: Es stammt aus Russland. Selenskyj schlägt nun vor, die wertvolle Fracht zu konfiszieren.

Vor dem Hintergrund eines von Frankreich aufgebrachten Tankers der russischen Schattenflotte hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Beschlagnahmung von russischen Erdöllieferungen gefordert. „Solange der Krieg andauert, solange die (russischen) Angriffe fortgesetzt werden, muss auch der Druck auf den Aggressor anhalten“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft. Kiew arbeitet demnach mit europäischen Ländern daran, dass diese auf Gesetzesebene den Stopp von Öltankern und das Beschlagnahmen von russischem Erdöl gestatten.

Frankreichs Marine hielt zuvor einen aus Russland kommenden Ölfrachter im Mittelmeer an und überprüfte diesen. Das Schiff aus Murmansk sei verdächtigt worden, unter falscher Flagge zu fahren, teilte die Meerespräfektur für das Mittelmeer am Freitag in Toulon mit. Die Zweifel an der mosambikanischen Flagge wurden bei der Kontrolle bestätigt. Das Schiff sei umgeleitet und für weitere Untersuchungen zu einem Ankerplatz gebracht worden.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zufolge handelt es sich bei der „Deyna“ um ein Schiff der Schattenflotte. Der Iran-Krieg werde Frankreich nicht von seiner Unterstützung der Ukraine gegen den fortdauernden russischen Angriffskrieg ablenken. „Diese Schiffe, die die internationalen Sanktionen umgehen und gegen das Meeresrecht verstoßen, sind Kriegsprofiteure. Sie wollen Profite einfahren und finanzieren die russischen Kriegsbemühungen“, sagte Macron.

Ukraine-Vertreter für Gespräche in den USA

Überdies haben ukrainische Unterhändler in den USA mit US-Vertretern zu einer Beendigung des Krieges in der Ukraine Gespräche geführt. „Wichtig für uns alle in der Welt ist, dass die Diplomatie fortgesetzt wird und wir versuchen, diesen Krieg zu beenden – den Krieg Russlands gegen die Ukraine“, sagte Selenskyj. Wichtig sei zu verstehen, inwieweit die russische Seite zu einem „realen Ende des Krieges“ bereits sei. Die Gespräche werden demzufolge an diesem Sonntag fortgesetzt. Danach werde es einen detaillierten Bericht geben.

Der US-Sondergesandte Steve Witkoff bestätigte bei X, dass Unterredungen in Florida stattgefunden haben. Er bezeichnete die Treffen als „konstruktiv“. Ihm zufolge waren auch der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, Jared Kushner, Regierungsberater Josh Gruenbaum und der Berater im US-Außenministerium, Chris Curran, beteiligt.

Bereits vorher war bekanntgeworden, dass die ukrainische Gruppe vom Sekretär des nationalen Sicherheitsrates, Rustem Umjerow, geleitet wird. Ihr gehören auch Selenskyjs Kanzleichef, Kyrylo Budanow, der Fraktionschef der Präsidentenpartei im Parlament, David Arachamija, und Vizeaußenminister Serhij Kyslyzja an. Russische Vertreter wurden den Angaben nach nicht einbezogen.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren mit westlicher Hilfe gegen eine russische Invasion. Washington drängt Moskau und Kiew seit längerem zu einem Ende des Konflikts auf diplomatischem Wege.

Quelle: ntv.de, mpa/dpa

Source: n-tv.de