Minnesota: Mann stirbt durch Schüsse von Bundesbeamten in Minneapolis
In Minneapolis haben Bundesbeamte nach Angaben lokaler Behörden erneut auf einen Menschen geschossen. Das teilten die Stadtverwaltung sowie der Gouverneur von Minnesota, Tim Walz, mit. Der Polizeichef von Minneapolis, Brian O’Hara sagte dem Sender CNN, dass die Person anschließend ihren Schussverletzungen erlegen sei. Die Nachrichtenagentur AP berichtete unter Berufung auf Daten eines Krankenhauses ebenfalls, dass der Mann gestorben sei. Die genauen Umstände des Vorfalls sind noch unklar.
„Ich habe gerade mit dem Weißen Haus gesprochen, nachdem es heute Morgen
erneut zu einer schrecklichen Schießerei durch Bundesbeamte gekommen
ist“, schrieb Walz auf der Social-Media-Plattform X. „Das ist widerlich.
Der Präsident muss diese Operation beenden. Ziehen Sie die Tausenden
von gewalttätigen, ungeschulten Beamten aus Minnesota ab. Jetzt.“
Berichten zufolge wurden die Schüsse auf den Mann im Süden von Minneapolis abgegeben. Ein online kursierenden Video, das sich im Süden der Stadt verorten lässt, soll den Vorfall zeigen. Zu sehen ist aus einiger Entfernung, wie mehrere Beamte einen Mann niederringen, bevor die Schüsse abgegeben werden. Auch wenn sich der Ort verifizieren lässt, ist die Authentizität des Videos zunächst nicht vollständig bestätigt.
Proteste am Ort des Geschehens
Eine Sprecherin des US-Heimatschutzministeriums sagte der Nachrichtenagentur AP, die angeschossene Person habe
eine Schusswaffe mit zwei Magazinen bei sich gehabt. Die Lage entwickele
sich noch. Das Ministerium veröffentlichte außerdem das Foto einer
Handfeuerwaffe, die bei der erschossenen Person gefunden worden sein soll. Es ist unklar, wie es zu den tödlichen Schüssen kam und inwiefern die Waffe des getöteten Mannes eine Rolle spielte.
Lokale US-Fernsehsender zeigen nach den tödlichen Schüssen Proteste rund um den Ort des Geschehens in Minneapolis, explodierende Tränengas-Patronen, viele Polizeikräfte auf der Straße und eine unübersichtliche Lage. Fahrzeuge mit FBI-Beamten sollen zum Tatort gefahren sein.
Widerstand gegen Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE
In Minneapolis hatte es am Freitag und Samstag Proteste Tausender Menschen gegen die umstrittenen Einsätze der
US-Einwanderungsbehörde ICE gegeben. Am Freitag haben Tausende Menschen in Minnesota an
einem koordinierten Aktionstag mit Streiks und mehreren Demonstrationen
teilgenommen. Hunderte Geschäfte blieben geschlossen, Beschäftigte
blieben der Arbeit fern, Studierende und Schüler dem Unterricht.
Zu den Protesten gehörten Kundgebungen, Gebete und Märsche in den Zwillingsstädten Minneapolis und St. Paul trotz eisiger Temperaturen sowie eine Demonstration am Flughafen Minneapolis–St.
Paul. Seit dem 7. Januar versammeln sich täglich Demonstranten in den Twin Cities Minneapolis und St. Paul. An diesem Tag wurde die 37-jährige dreifache Mutter Renee Good von einem ICE-Beamten erschossen. US-Medienberichten ist der aktuelle Vorfall der dritte Fall, in dem Bundesbeamte in Minneapolis Schüsse auf eine Person abgaben.