Minneapolis: Familie von Renee Good engagiert George-Floyd-Anwälte
Die Familie der in den USA von einem Beamten der Einwanderungsbehörde ICE getöteten Renee
Good wird von der Anwaltskanzlei vertreten, die auch die Angehörigen von George Floyd vertraten. Das teilte Goods Familie mit. Floyd war 2020 in Minneapolis von einem
Polizisten getötet worden, der später wegen Mordes verurteilt wurde. Die Schüsse auf Good vor einer Woche ereigneten sich nur unweit vom Tatort des Mordes an Floyd.
Die Angehörigen von Good werfen Beamten der Einwanderungsbehörde
vor, die dreifache Mutter getötet zu haben, während sie deren Anweisungen Folge leisten wollte. Die Kanzlei Romanucci & Blandin teilte mit, sie
werde den Tod von Good untersuchen und in den kommenden Wochen Informationen dazu veröffentlichen.
Das US-Justizministerium hatte zuvor bekannt gegeben, dass
es in dem Fall keine Anhaltspunkte für eine Untersuchung zu möglichen
Verstößen gegen die Bürgerrechte von Good gebe. In den USA gibt es eine eigene
Bürgerrechtsabteilung. Sie ist die einzige Behörde, die sich mit
strafrechtlichen Verstößen gegen die Bürgerrechtsgesetze befasst. Das
Justizministerium stützt sich auf diese Abteilung, um schwerwiegende Fälle von
Polizeibrutalität und Hassverbrechen strafrechtlich zu verfolgen.
Staatsanwälte kündigen aus Protest
In Washington, D. C. kündigten Berichten zufolge mindestens
fünf leitende Staatsanwälte der Bürgerrechtsabteilung, nachdem ihnen mitgeteilt
worden sei, dass sie nicht an der Untersuchung der tödlichen Schüsse im Bundesstaat Minnesota
beteiligt würden. In Minneapolis kommt es derzeit immer wieder zu Protesten gegen ICE-Beamte. Gleichzeitig wird berichtet, dass diese immer härter gegen Demonstrierende vorgehen.
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump stellt Good als „inländische Terroristin“ dar, die von dem Beamten
in einem Akt der Selbstverteidigung getötet
worden sei, nachdem sie ihn
„überfahren“ habe. Diese Darstellung wird von örtlichen
Behördenvertretern entschieden zurückgewiesen. Sie betonen unter Verweis
auf Videos von dem Vorfall, dass Good ihr Fahrzeug von dem ICE-Beamten
weggesteuert und keinerlei Gefahr für den Mann dargestellt habe. Das UN-Menschenrechtsbüro forderte eine unabhängige Untersuchung der Tat.